Nordirland führt als erstes UK-Land bezahlte Fehlgeburts-Freistellung ein
Wichtige Fakten
- • Nordirland führt als erstes UK-Land zwei Wochen bezahlte Freistellung bei Fehlgeburten ein.
- • Die Regelung gilt für Frauen und Partner ab dem ersten Arbeitstag ohne medizinischen Nachweis.
- • Die Freistellung kann innerhalb von 56 Wochen nach der Fehlgeburt genommen werden.
- • Die Kosten für die nordirische Regierung belaufen sich auf etwa 3,5 Millionen Pfund jährlich.
- • Im restlichen UK ist bisher nur unbezahlter Freistellungsanspruch ab 2027 geplant.
Neue Regelung in Nordirland
Nordirland hat als erster Teil des Vereinigten Königreichs eine bezahlte Freistellung für Frauen und ihre Partner nach einer Fehlgeburt eingeführt. Betroffene haben nun Anspruch auf zwei Wochen bezahlte Freistellung, die innerhalb von 56 Wochen nach der Fehlgeburt genommen werden können. Die Auszahlung erfolgt auf Basis des gesetzlichen Mindestlohns von etwa 194 Pfund pro Woche oder 90 Prozent des Wochenlohns, falls dieser niedriger ist. Ein medizinischer Nachweis ist nicht erforderlich.
Hintergrund und Auswirkungen
Bisher hatten Eltern in Nordirland nur bei einer Totgeburt nach der 24. Schwangerschaftswoche Anspruch auf zwei Wochen bezahlte Trauerfreistellung, sofern sie mindestens 26 Wochen im Job waren. Die neue Regelung gilt ab dem ersten Arbeitstag und soll schätzungsweise 9.000 Beschäftigte pro Jahr betreffen. Betroffene wie Erin Sharkey von der Miscarriage Association betonen, dass die Freistellung Zeit für die gemeinsame Verarbeitung des Verlusts bietet und gesellschaftlichen Druck reduziert.
Unterschiede im UK
Während Nordirland mit dieser Regelung vorangeht, plant die Westminster-Regierung für England, Schottland und Wales erst ab 2027 einen einwöchigen unbezahlten Freistellungsanspruch nach Fehlgeburten. Experten wie die Psychotherapeutin Selina Casey, Gründerin der White Butterfly Foundation, sehen in der bezahlten Freistellung einen wichtigen Schritt, um Beziehungen zu stabilisieren und die Trauerbewältigung zu erleichtern.
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