Fünf Jahre Taliban: Frauen in Afghanistan entmündigt – Weltgemeinschaft schaut weg
Wichtige Fakten
- • Nur 7% der afghanischen Frauen sind erwerbstätig (UN).
- • Afghanistan ist das einzige Land, wo Mädchen ab 12 Jahren keine Schule besuchen dürfen.
- • Taliban verhängen öffentliche Auspeitschungen, oft gegen Frauen.
- • Mindestens 2,6 Millionen Mädchen können keine weiterführende Schule besuchen (Unicef).
- • Deutschland hat seit 2025 205 afghanische Straftäter abgeschoben.
Lage der Frauen fünf Jahre nach Taliban-Herrschaft
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban leben Frauen in Afghanistan unter enormen Einschränkungen: Sie dürfen ab 12 Jahren keine Schulen besuchen, in vielen Berufen nicht arbeiten und ohne männliche Begleitung nicht reisen. Nur sieben Prozent der erwachsenen Frauen haben eine Anstellung, wie die UN berichtet. Viele berichten von psychischer Belastung: „Überleben steht heute an erster Stelle“, sagt etwa Ela, eine Zahnarzthelferin. Die Regierung unter den Taliban rechtfertigt die Beschränkungen mit Verweis auf religiöse Vorschriften.
Öffentliche Strafen und medizinische Notlage
Die Taliban haben die öffentliche Auspeitschung wiedereingeführt. Menschenrechtsorganisationen vermuten Hunderte, wenn nicht Tausende Fälle. Frauen wie Manizha berichten von 39 Peitschenhieben wegen angeblicher „unislamischer Beziehungen“. Auch die Gesundheitsversorgung leidet: Hepworth-Studien zeigen, dass viele Frauen keine männlichen Ärzte aufsuchen dürfen, was die Müttersterblichkeit – bereits auf einem der höchsten Niveaus weltweit – verschärft.
Internationale Reaktionen und deutsche Politik
Deutschland versucht, durch technische Gespräche mit den Taliban Abschiebungen von Straftätern zu ermöglichen, erkennt das Regime jedoch nicht an. Kritik kommt von der Grünen-Bundestagsabgeordneten Schahina Gambir: „Fast die Hälfte aller afghanischen Kinder hungert – ein Grund sind Kürzungen bei den Geberländern.“ Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan verteidigt den Fokus auf Frauenhilfe über unabhängige Partner wie die UN, appelliert aber an die internationale Gemeinschaft, das Leid nicht zu vergessen.
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