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Wirtschaft 25.03.2026, 12:46 Aktualisiert: 25.03.2026, 15:18

Aktienrückkäufe: DAX-Konzerne investieren Milliarden in eigene Papiere

DAX-Konzerne planen Rückkäufe im Wert von 54,6 Milliarden Euro.

Wichtige Fakten

  • DAX-Konzerne planen Rückkäufe im Wert von 54,6 Milliarden Euro.
  • 23 von 40 DAX-Unternehmen kaufen aktuell oder bald eigene Aktien.
  • In den USA gaben S&P-500-Firmen 1,02 Billionen Dollar für Rückkäufe aus.
  • Rückkäufe reduzieren Aktienanzahl und erhöhen Gewinn pro Aktie.
  • Kritiker sehen darin mangelnde Investitionen in Wachstum und Innovation.

Rekordsummen für Aktienrückkäufe

DAX-Konzerne planen aktuell Aktienrückkäufe im Wert von 54,6 Milliarden Euro, wobei allein in diesem Jahr Anteile für 26 Milliarden Euro vom Markt genommen werden sollen. 23 der 40 DAX-Unternehmen führen solche Programme durch oder beabsichtigen dies in den kommenden Monaten. Beispiele sind Mercedes-Benz (bis zu 2 Milliarden Euro), SAP (bis zu 2,6 Milliarden Euro) und Siemens Energy (bis zu 6 Milliarden Euro bis 2028). Auch kleinere Firmen wie Ionos und Ströer setzen auf Rückkäufe im Millionenbereich.

Internationaler Trend und Auswirkungen

Der Trend ist global: In den USA gaben S&P-500-Konzerne binnen eines Jahres eine Rekordsumme von 1,02 Billionen Dollar für Rückkäufe aus, mit Apple als Spitzenreiter (96,7 Milliarden Dollar in den letzten vier Quartalen). Rückkäufe reduzieren die Anzahl handelbarer Aktien, was das Angebot verknappt und den Gewinn pro Aktie sowie oft den Kurs steigert. Eine Studie von Goldman Sachs zeigt, dass sich Aktien von Unternehmen mit regelmäßigen Rückkäufen seit 2012 im Schnitt drei Prozentpunkte jährlich besser entwickelten als der Gesamtmarkt.

Kritik und Risiken

Kritiker bemängeln, dass Kapital für Kurspflege statt für Investitionen in Wachstum, Innovation oder Mitarbeiter verwendet wird. Dies kann langfristig die Wettbewerbsfähigkeit schwächen, wie das Beispiel der Deutschen Bank in der Finanzkrise 2008 zeigt, als Rückkäufe zuvor die Rücklagen aufgezehrt hatten. US-Präsident Donald Trump hat solche Praktiken angegriffen und eine Exekutivanordnung erlassen, die dem Kriegsministerium erlaubt, Dividenden und Rückkäufe bei unterperformenden Rüstungsfirmen zu untersagen.

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