Angriffe auf medizinisches Personal: Internationales Recht versagt
Wichtige Fakten
- • Palästina führt Liste getöteter Gesundheitspersonal an, Libanon folgt mit 569 Toten.
- • Seit 2021 haben sich Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen laut WHO verdoppelt.
- • Genfer Konventionen schützen medizinische Einrichtungen klar, werden aber ignoriert.
- • MSF verzeichnete 255 Sicherheitsvorfälle, viele in medizinischen Einrichtungen.
- • Experten fordern Umsetzung bestehender Gesetze statt neuer Verträge.
Systematische Angriffe auf medizinisches Personal
Die Genfer Konventionen schützen Krankenhäuser und medizinisches Personal in Konfliktzonen. Doch wie ein Bericht des Guardian zeigt, werden diese Regeln routinemäßig missachtet. Palästina verzeichnet die meisten getöteten Gesundheitsarbeiter, Libanon folgt mit 569 Toten. In Gaza sind die Hälfte der Krankenhäuser nicht funktionsfähig, die restlichen arbeiten nur teilweise. Im Libanon setzt Israel gezielte Doppelschläge ein, um Rettungskräfte zu töten.
Internationales Recht versagt
Völkerrechtsexpertin Natasha Sax von Ärzte ohne Grenzen betont, das Recht sei klar und umfassend. Das Problem sei fehlende Durchsetzung, nicht fehlende Gesetze. Seit 2021 haben sich Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen laut WHO verdoppelt. Obwohl der UN-Sicherheitsrat 2016 die Angriffe verurteilte, gibt es kaum Konsequenzen. Die Lehre von der Straflosigkeit führt zu einer Normalisierung von Gewalt gegen medizinisches Personal.
Hintergrund und Ausblick
Die Angriffe sind oft nicht zufällig, sondern folgen Mustern, die auf eine gezielte Strategie hindeuten. Krankenhäuser werden belagert, beschossen und Evakuierungsbefehle missachtet. Die internationale Gemeinschaft schweigt weitgehend. Appelle, Völkerrecht zu achten, verhallen. Der Schutz von Zivilisten und medizinischem Personal wird zunehmend ausgehöhlt – mit verheerenden Folgen für die betroffene Bevölkerung.
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