Antarktis: Eismasse so groß wie Frankreich fehlt – besorgniserregender Eisverlust
Wichtige Fakten
- • Im Bellingshausen-Meer fehlen 650.000 km² Meereis.
- • Pinguinküken starben 2022 durch Ausfall der Brut.
- • Eisverlust könnte Hitzewelle mit 15,4°C verstärkt haben.
- • Krill verlieren Schutz przed Raubtieren im Winter.
- • Gletscher wie Thwaites könnten schneller schmelzen.
Massives Meereisdefizit in der Westantarktis
Die Westantarktis erlebt im Juni einen beispiellosen Mangel an Meereis. Satellitendaten zeigen, dass das Bellingshausen-Meer, das normalerweise zu dieser Jahreszeit weitgehend vereist ist, fast eisfrei ist. Die fehlende Fläche von etwa 650.000 Quadratkilometern entspricht der Größe Frankreichs. Dr. Will Hobbs von der University of Tasmania bezeichnet den Zustand als „deprimierend“ und befürchtet, dass das Meereis in diesem Gebiet endgültig verschwunden sein könnte.
Auswirkungen auf Tierwelt und Klima
Der fehlende Eispanzer gefährdet Kaiserpinguine, die 2022 bereits eine katastrophale Brutperiode erlebten. Auch Krabbenesser-Robben müssen im Sommer länger nach stabilem Eis suchen. Krill, eine Schlüsselart im Nahrungsnetz, verlieren im Winter ihren Schutz vor Raubtieren. Experten vermuten zudem, dass das fehlende Eis die extreme Wärmeanomalie in der Antarktischen Halbinsel verschärft haben könnte, wo am 5. Juni mit 15,4 Grad Celsius das 20-fache der üblichen Temperatur gemessen wurde.
Globale Folgen möglich
Der Eisverlust könnte die Eisschelfe der Thwaites- und Pine-Island-Gletscher zerstören, die maßgeblich zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen. Da die Eisschelfe ohne schützendes Meereis verstärkt brechen, beschleunigt sich der Gletscherrückgang. Die australische Wetterbehörde warnt vor einer anhaltenden exponierenden Küstenlage. „Wir sehen eine unglaubliche Küstenexposition - sowohl im Winter als auch im Sommer“, sagt Dr. Phil Reid.
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