Antientzündliche Ernährung: Was die Wissenschaft sagt
Wichtige Fakten
- • Die mediterrane Ernährung ist am besten erforscht und wirksam gegen chronische Krankheiten.
- • Bei Adipositas kann Ernährung antientzündlich wirken, indem sie Bauchfett reduziert.
- • Bei rheumatoider Arthritis kann Ernährung den Ausbruch verhindern und Therapie unterstützen.
- • Allgemeine Empfehlungen sind bei Autoimmunerkrankungen oft nicht ausreichend.
- • Heimische Lebensmittel wie Beeren und Zwiebeln sind gute antientzündliche Alternativen.
Zusammenfassung
Die sogenannte "antientzündliche Ernährung" ist in sozialen Medien ein Trend, aber wissenschaftlich betrachtet ein nicht einheitlich definierter Begriff, der oft Marketingzwecken dient. Forschende untersuchen seit über zwei Jahrzehnten den Einfluss der Ernährung auf Entzündungsprozesse, wobei der Fokus auf chronischen Erkrankungen wie Adipositas, rheumatoider Arthritis und Alterungsprozessen liegt. Experten betonen, dass nicht alle Entzündungen schlecht sind – akute Reaktionen gehören zur körpereigenen Abwehr, während langanhaltende, schädliche Entzündungen bei Fehlsteuerungen des Immunsystems auftreten können.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Die traditionell mediterrane Ernährung gilt als am besten erforscht und wirksam, da sie in großen Studien das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes reduzieren konnte. Bei Adipositas kann eine Ernährung antientzündlich wirken, wenn sie entzündungsaktives Bauchfettgewebe verringert, etwa durch Ballaststoffe, ungesättigte Fette und Vitamine. Bei rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis kann die richtige Ernährung den Ausbruch verhindern oder medikamentöse Therapien unterstützen, allerdings sind schwere Krankheitsschübe nicht allein durch Ernährungsumstellung beherrschbar.
Empfehlungen und Grenzen
Experten raten zu einer pflanzenbasierten Ernährung mit reduziertem Fleisch- und Wurstkonsum, wobei heimische Lebensmittel wie Heidelbeeren, Zwiebeln und fermentierte Produkte wie Joghurt bevorzugt werden sollten. Teure exotische Lebensmittel oder isolierte Stoffe wie Curcumin sind oft unnötig, da ihre Wirksamkeit im menschlichen Körper begrenzt sein kann. Bei Autoimmunerkrankungen sind allgemeine Empfehlungen oft nicht ausreichend, sodass individuelle Ernährungsberatung durch Spezialisten sinnvoll ist, auch wenn Ernährung allein keine Heilung bewirken kann.
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