Antisemitische Angriffe auf Gedenkstätten nehmen bundesweit zu
Wichtige Fakten
- • 2024 wurden 211 antisemitische Vorfälle in NS-Gedenkstätten dokumentiert.
- • Fast die Hälfte der Vorfälle war antiisraelisch motiviert.
- • Täter kommen aus rechtsextremen, linken und gesellschaftlichen Milieus.
- • Besucher zeigen in Gedenkstätten teils offen rechtsextreme Gesinnung.
- • Der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 verstärkte die Welle.
Zunahme antisemitischer Vorfälle
Antisemitische und rechtsextreme Angriffe auf Holocaust-Gedenkstätten nehmen bundesweit deutlich zu. Laut dem Bundesverband Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) wurden 2024 insgesamt 211 Vorfälle in NS-Gedenkstätten dokumentiert – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Fast die Hälfte davon war antiisraelisch motiviert, wobei der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und die israelische Reaktion eine entscheidende Rolle spielen.
Vielfältige Tätergruppen
Die Täter kommen aus unterschiedlichen politischen Lagern, darunter Neonazis, Rechtsextreme der AfD, aber auch aus der gesellschaftlichen Mitte und links-antiimperialistischen Milieus. In Gedenkstätten wie Sachsenhausen zeigen Besucher teils offen rechtsextreme Gesinnung, tragen entsprechende Kleidung oder hinterlassen antisemitische Einträge in Gästebüchern. RIAS beobachtet Schmierereien, Drohungen gegen Mitarbeiter und Schoah-relativierende Aussagen.
Forderungen nach Konsequenz
Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner betont, dass Antisemitismus keine Meinung, sondern ein Angriff sei, und fordert null Toleranz sowie entschlossenes Handeln auf politischer, gesellschaftlicher und persönlicher Ebene. Trotz der Zunahme handelt es sich bei den Vorfällen in Relation zu den rund 2.500 betreuten Gruppen pro Jahr in Sachsenhausen noch um Einzelfälle, doch die Tendenz ist besorgniserregend.
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