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Gesellschaft 10.05.2026, 07:34 Aktualisiert: 10.05.2026, 18:01

Tausende demonstrieren gegen Antisemitismus in London

5.000 Menschen protestierten am Sonntag in London gegen Antisemitismus.

Wichtige Fakten

  • 5.000 Menschen protestierten am Sonntag in London gegen Antisemitismus.
  • Chief Rabbi forderte Ausweisung des iranischen Botschafters.
  • Drei Männer bei Protest festgenommen, darunter einer mit Messer.
  • Religiöse Führer unterzeichneten offenen Brief gegen Judenhass.
  • Zwei Wochen zuvor Messerattacke auf zwei Juden in Golders Green.

Großkundgebung in London

Am Sonntag versammelten sich tausende Menschen vor der Downing Street in London zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus. Die von jüdischen Gemeinschaftsorganisationen geführte Veranstaltung zählte rund 5.000 Teilnehmer und wurde von Religionsführern und Politikern mehrerer Parteien besucht. Unter dem Applaus der Menge sprach unter anderem Tory-Chefin Kemi Badenoch und betonte, Großbritannien müsse „immer ein Zufluchtsort für jüdische Menschen sein“. Arbeitsminister Pat McFadden wurde dagegen ausgebuht.

Offener Brief und neue Enthüllungen

Bereits im Vorfeld der Kundgebung hatten Religionsführer einen offenen Brief veröffentlicht, der auch von Vertretern aus Wirtschaft, Sport und Medien unterzeichnet wurde. Der Brief fordert eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zur Bekämpfung des Judenhasses. Der Chief Rabbi Sir Ephraim Mirvis rief auf der Kundgebung zur Ausweisung des iranischen Botschafters und zum Verbot der iranischen Revolutionsgarden auf, da die Polizei mögliche iranische Verbindungen zu Brandanschlägen prüft. Die Polizei nahm bei der Kundgebung drei Männer fest, darunter einen, der ein Messer bei sich trug.

Zunehmende antisemitische Vorfälle

Die jüngsten Vorfälle umfassen nicht nur die früheren Brandanschläge und den tödlichen Angriff in Manchester, sondern auch eine Messerattacke in Golders Green vor zwei Wochen, bei der Shloime Rand (34) und Moshe Shine (76) niedergestochen wurden. Ein Mann wurde wegen versuchten Mordes in beiden Fällen angekllagt – zuvor soll er auch einen somalischen Mann angegriffen haben. Seit Oktober 2023 starben zwei Juden bei einem Anschlag in Manchester.

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