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International 31.03.2026, 06:24 Aktualisiert: 31.03.2026, 08:12

Australien ermittelt gegen Tech-Giganten wegen Verstößen gegen Social-Media-Verbot für Minderjährige

Australische Aufsicht eSafety untersucht Meta, TikTok, Snapchat, Google/YouTube und andere.

Wichtige Fakten

  • Australische Aufsicht eSafety untersucht Meta, TikTok, Snapchat, Google/YouTube und andere.
  • Verbot für unter 16-Jährige gilt seit Dezember 2025 mit Strafen bis 49,5 Mio. AUD.
  • Laut Umfrage haben 70% der vorherigen Nutzer unter 16 weiterhin Zugang zu Konten.
  • Plattformen löschten 4,7 Mio. Konten, aber Altersverifikation hat erhebliche Lücken.
  • Kommunikationsministerin Wells wirft Tech-Firmen vor, das Gesetz zu untergraben.

Ermittlungen und Vorwürfe

Die australische Internetaufsicht eSafety hat Untersuchungen gegen mehrere große Social-Media-Plattformen eingeleitet, darunter Meta (Facebook, Instagram), Snapchat, TikTok und Googles YouTube. Ihnen wird vorgeworfen, das seit Dezember 2025 geltende Verbot für Nutzer unter 16 Jahren nicht konsequent durchzusetzen. Die Behörde äußert "erhebliche Bedenken" und droht mit Strafen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (ca. 29 Millionen Euro).

Umsetzung und Lücken

Zwar wurden nach Behördenangaben seit Inkrafttreten des Gesetzes 4,7 Millionen mutmaßliche Konten von Minderjährigen gelöscht und 300.000 Registrierungen verhindert. Dennoch zeigt eine Umfrage unter 900 Eltern, dass fast ein Drittel der Kinder unter 16 weiterhin mindestens ein Social-Media-Konto besitzt. Bei zwei Dritteln dieser Fälle hätten die Plattformen nicht einmal nach dem Alter gefragt. Besonders kritisiert wird, dass Kinder Altersangaben mehrfach ändern können, bis sie als über 16 eingestuft werden.

Reaktionen und Ausblick

Kommunikationsministerin Anika Wells wirft den Tech-Konzernen vor, mit Taktiken aus dem "Big-Tech-Handbuch" das "weltweit führende Gesetz" zu untergraben. Meta verweist auf "natürliche Fehlermargen" bei der Altersverifikation und fordert eine Lösung auf App-Store-Ebene. Die Entscheidung über mögliche Sanktionen soll bis Mitte des Jahres fallen.

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