Australiens Social-Media-Verbot: Teenager umgehen Sperren leicht
Wichtige Fakten
- • Etwa 70% der Jugendlichen haben weiterhin aktive Social-Media-Accounts.
- • Gesichtserkennung wird leicht mit Fotos wie Michael Jackson ausgetrickst.
- • Fünf Plattformen werden wegen möglicher Versäumnisse untersucht.
- • High-Tech-Altersverifikation wie Führerschein-Vorlage wird kaum genutzt.
- • Tech-Konzerne sollen laut Ministerin Interesse am Scheitern haben.
Hintergrund des Verbots
Seit dem 10. Dezember 2025 gilt in Australien ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, das Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat betrifft. Rund fünf Millionen Accounts wurden zunächst gesperrt, hauptsächlich von Jugendlichen, die ihr Alter ehrlich angegeben hatten.
Umsetzung und Umgehung
Eine Umfrage der Kommission für Internetsicherheit ergab jedoch, dass etwa 70 Prozent der Eltern von weiterhin aktiven Accounts ihrer Kinder berichten. Viele Jugendliche legen einfach neue Accounts an, ohne Altersprüfung. Besonders bekannt wurde der Fall des 14-jährigen Norman, der ein Foto von Michael Jackson zur Gesichtserkennung nutzte und erfolgreich war. Experten kritisieren, dass die Plattformen nicht alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen. Effektivere Maßnahmen wie Ausweisvorlage werden kaum eingesetzt.
Reaktionen und Kontrolle
Die Kommission für Internetsicherheit unter Julie Inman Grant überprüft derzeit fünf Plattformen: Instagram, Facebook, Snapchat, YouTube und TikTok. Bei Nachweis von Versäumnissen drohen Strafen bis zu 30 Millionen Euro; bisher wurde keine verhängt. Kommunikationsministerin Anika Wells vermutet, dass Tech-Konzerne das Verbot bewusst sabotieren, um eine Nachahmung in anderen Ländern zu verhindern.
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