Australiens Wildtierrettung in der Krise: Freiwillige an der Belastungsgrenze
Wichtige Fakten
- • Freiwillige führten letztes Jahr über 320.000 Rettungseinsätze für verletzte Wildtiere durch.
- • Ex-Finanzstaatssekretär Ken Henry fordert nationale Koordination der Wildtierschutzmaßnahmen.
- • Die australische Regierung überarbeitete kürzlich das Umweltschutzgesetz (EPBC Act).
- • Klimawandel und Lebensraumzerstörung treiben die Nachfrage nach Rettungsdiensten massiv an.
- • Viele Tierärzte müssen Wildtiere ohne staatliche Entschädigung behandeln.
Wildtierrettung am Limit
In Australien stemmen Freiwillige und unterfinanzierte Organisationen den Großteil der Wildtierrettung: Im letzten Geschäftsjahr wurden über 320.000 Hilferufe beantwortet, fast 130.000 Rettungseinsätze durchgeführt und 51.000 verletzte Tiere von Tierärzten behandelt. Der ehemalige Finanzstaatssekretär Ken Henry, jetzt Vorsitzender von Wildlife Recovery Australia, warnt, dass Klimawandel, Buschbrände und Überschwemmungen die Belastung weiter erhöhen und das System an einen Kipppunkt bringt.
Forderung nach nationaler Lösung
Henry und eine Koalition von Tierschutzgruppen drängen die Labor-Regierung, im Mai-Bundeshaushalt Mittel für eine national koordinierte Rettung, tierärztliche Behandlung und Rehabilitation bereitzustellen. Bislang liegt die Verantwortung bei den Bundesstaaten und Territorien, was zu uneinheitlichen Standards und Unterfinanzierung führt. Die Regierung hat zwar kürzlich das Umweltschutzgesetz (EPBC Act) überarbeitet und eine neue Umweltschutzbehörde geschaffen, doch für die akute Wildtierrettung fehlt es an konkreter Unterstützung.
Kritik an aktueller Praxis
Laut Henry nehmen Regierungen wenig Interesse an verletzten Wildtieren, sodass die Last auf Freiwilligen und Tierärzten liegt, die in einigen Bundesstaaten gesetzlich zur Behandlung verpflichtet sind – ohne Entschädigung. Organisationen wie Wildlife Victoria betonen, dass Wildtiere ein nationales Gut seien, aber fast ausschließlich von karitativen Einrichtungen versorgt werden. Ohne staatliche Investitionen drohe der Zusammenbruch der Rettungsdienste, was die Gemeinschaft nicht akzeptieren würde.
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