Bäckerei-Pleiten: Steigende Insolvenzen, aber kein„Aussterben“ –Interview mit Experten
Wichtige Fakten
- • Im ersten Halbjahr 63 Bäckerei-Insolvenzen, 40 % mehr als Vorjahr.
- • Creditreform verzeichnet hohe Insolvenzen, aber nur <1 % der 8.700 Betriebe.
- • Steigende Energie- und Rohstoffkosten belasten energieintensives Handwerk.
- • Trotz Insolvenzen: 400 Neugründungen 2025 und +17 % Azubis 2025.
Aktuelle wirtschaftliche Situation
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks sieht trotz gestiegener Insolvenzen keine Gefahr für das Handwerk. Andreas Schmitt, Inhaber einer Familienbäckerei und Verbandsvertreter, betont die Vielseitigkeit der Branche. Zwar meldeten 63 Betriebe Insolvenz an, dies entspreche weniger als einem Prozent der rund 8.700 Bäckereien. Die Entwicklung folge dem gesamtwirtschaftlichen Trend in Deutschland. Die 400 Neugründungen im Vorjahr und steigende Ausbildungszahlen belegten die Lebendigkeit des Handwerks.
Ursachen für die Insolvenzsteigerung
Die Hauptgründe sind hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie Kaufzurückhaltung der Kunden. Besonders belasten volatile Energiepreise und Personalnebenkosten. Der Wettbewerb mit Supermärkten und Industrie verschärft den Kostendruck. Für ländliche Regionen, die von Wegzug geprägt sind, wird die Aufrechterhaltung der Kundenfrequenz zunehmend schwierig.
Nachwuchs und Zukunftsaussichten
Das Image des Berufs hat sich verbessert, die Ausbildungszahlen steigen seit zwei Jahren deutlich. Junge Betriebe in urbanen Vierteln setzen auf Premiumprodukte, doch die klassische Bäckerei behauptet sich. Schmitt fordert politische Unterstützung, um Bürokratie und Lohnnebenkosten zu senken und die Innovationskraft zu erhalten. Positive Anpassungen wie Tagesschichten und Fokus auf Geschmack tragen zur Zukunftsfähigkeit bei.
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