Bahn-Sabotage bei Leverkusen: ,Kommando Angry Birds' bekennt sich
Wichtige Fakten
- • Gruppe ,Kommando Angry Birds' bekennt sich zu Brandsätzen in Bahnkabelschächten bei Leverkusen.
- • Bahnstrecke Köln-Düsseldorf wurde nach Reparaturarbeiten am Samstagabend wieder freigegeben.
- • NRW-Innenminister Reul fordert mehr Befugnisse für Behörden im Internet und bessere Vorbereitung kritischer Infrastruktur.
- • Die linksextreme Gruppe will die ,Zerschlagung des technologisch-industriellen Systems' erreichen.
- • Staatsschutz ermittelt wegen politisch motivierter Tat.
Sabotage in Kabelschächten
Die linksextreme Gruppe „Kommando Angry Birds“ hat sich zu einer Sabotageaktion auf der Bahnstrecke Köln-Düsseldorf bekannt. Die Täter deponierten Brandsätze in der Nähe der Wupperbrücke bei Leverkusen, was zu einem Kabelbrand und einer stundenlangen Streckensperrung führte. Wie die Polizei Köln mitteilte, wurden Timer und Grillanzünder verwendet. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind die Reparaturarbeiten am Samstag abgeschlossen worden. Die Strecke ist seitdem wieder freigegeben. Ein Sprecher der Polizei Köln sagte, die Echtheit des Bekennerschreibens werde geprüft. Der Staatsschuss hat die Ermittlungen wegen des politischen Hintergrunds übernommen.
Reaktionen aus der Politik
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte dazu im WDR, Staat und Gesellschaft seien an vielen Stellen verwundbar. Die wachsende Offenlegung kritischer Infrastruktur mache es leichter, Anschläge zu verüben. Er forderte daher erweiterte Befugnisse für Polizei und Verfassungsschutz im Internet. Sein Plan sieht richterlich überwachte, aber schnellere Zugriffsrechte auf relevante Foren vor. Die Infrastrukturbetreiber müssten sich zudem besser schützen, etwa mit mehr Videoüberwachung. Der Infrastrukturkenner Manuel Atug betonte jedoch, dass künftig nicht alle Kabel geschützt werden könnten – betroffen sei ein viel zu breites System. Sein Vorschlag: eine Reserve echter Reparaturexperten, statt wie von der Bahn zuletzt eng passenden Sparplänen.
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