Bahnchefin kritisiert 'organisierte Verantwortungslosigkeit' im Konzern
Wichtige Fakten
- • Palla kritisiert 'organisierte Verantwortungslosigkeit' im Management.
- • Zentrale Entscheidungen ohne Verantwortung für Umsetzung in der Fläche.
- • Kaum Konsequenzen bei Zielverfehlungen in der Vergangenheit.
- • Pünktlichkeit im Fernverkehr nur 59 Prozent in der ersten Jahreshälfte.
- • Palla will dezentrale Verantwortung stärken und Führungsprinzip ändern.
Kritik an Managementstrukturen
Bahnchefin Evelyn Palla hat in einem Interview mit der 'Welt am Sonntag' die Managementstrukturen des Staatskonzerns scharf kritisiert. Sie sprach von einer 'organisierten Verantwortungslosigkeit', bei der Entscheidungen zentral getroffen, aber die Verantwortung für deren Umsetzung auf die operative Ebene abgeschoben werde.
Fehlende Konsequenzen
Palla bemängelte zudem, dass Zielverfehlungen in der Vergangenheit kaum Konsequenzen hatten. 'Man musste nur gut genug erklären, warum die Ziele nicht erreicht werden konnten. Damit kam man oft jahrelang durch', so die Bahnchefin. Sie forderte eine neue Leistungskultur.
Lob für Mitarbeiter
Die Kritik gelte ausdrücklich nicht den Mitarbeitern vor Ort. Lokführer, Zugbegleiter und Gleisarbeiter bezeichnete Palla als 'Helden', die die Eisenbahn täglich am Laufen halten. Für schnelle Verbesserungen bei der Pünktlichkeit wollte sie keine falschen Hoffnungen machen.
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