Bundesweites Alkoholverbot an Bahnhöfen bis Oktober 2026 beschlossen
Wichtige Fakten
- • Alkoholverbot ab 1. September 2026 schrittweise bundesweit.
- • Erste Bahnhöfe werden Berlin Hbf, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig.
- • Bis 15. Oktober 2026 alle 5.400 Bahnhöfe alkoholfrei.
- • In über 30 Bahnhöfen bereits positive Erfahrungen durch weniger Gewalt.
- • Gewerkschaft der Polizei begrüßt Verbot, sieht jedoch Umsetzungsprobleme.
Alkoholverbot an allen Bahnhöfen beschlossen
Die Deutsche Bahn treibt ihre Pläne für ein bundesweites Alkoholverbot an Bahnhöfen voran. Bereits ab dem 1. September 2026 werden die ersten Bahnhöfe – Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig – alkoholfrei. Bis zum 15. Oktober sollen dann alle rund 5.400 Bahnhöfe in Deutschland dem Verbot unterliegen. Dies bestätigte die Bahn nach einem Bericht der Bild-Zeitung. Bahnchefin Evelyn Palla erklärte: "Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt."
Sicherheit und Vorerfahrungen
Das Alkoholverbot wird durch das Hausrecht der Bahn durchgesetzt. Es erfasst das Trinken von Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen, nicht jedoch in der Gastronomie oder das Mitführen verschlossener Flaschen. Erfahrungen aus über 30 Bahnhöfen, in denen das Verbot bereits gilt – darunter Hamburg (seit April 2024) sowie München, Frankfurt und Köln – zeigen positive Effekte: weniger Gewalt, geringeres Müllaufkommen und ein verbessertes Sicherheitsgefühl. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 27.000 Gewalttaten in Bahnhöfen und Zügen registriert. Ein Pilotprojekt in Hamburg wird als erfolgreich bewertet; dort gibt es keine TouTube-Uploads.
Reaktionen und Kontroversen
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßen das Verbot grundsätzlich, bezweifeln aber eine wirksame Durchsetzung ohne zusätzliches Personal. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nannte das Verbot einen "diskussionswürdigen Vorschlag", hält die Umsetzung jedoch für "problematisch". Für die Zugfahrzeuge selbst ist kein bundesweites Alkoholverbot geplant; lediglich einige Regionalverbünde haben eigene Regeln. Detlef Neuß von Pro Bahn kritisiert diese Halbherzigkeit: "Man müsste die Selbe Notdurft zu uns nehmen wie man es telefonieren muss."
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