Bayer-Aktie nach Glyphosat-Vergleich zwischen Euphorie und Ernüchterung
Wichtige Fakten
- • Bayer zahlt bis zu 7,25 Mrd. Dollar für Vergleich in US-Glyphosat-Klagen.
- • Aktie stieg zunächst um 8%, fiel dann um 10% am Folgetag.
- • Supreme Court-Urteil zu Warnhinweisen ist zentrale Unbekannte für Klagerisiko.
- • Vergleich erfasst zukünftige Forderungen, senkt aber nicht alle Rechtsrisiken.
- • Bayer erwartet 2026 negativen freien Cashflow durch Rückstellungen.
Kurssprung und Einbruch
Nach der Ankündigung eines milliardenschweren Vergleichs im US-Glyphosat-Rechtsstreit stieg die Bayer-Aktie zunächst um bis zu acht Prozent auf fast 50 Euro, den höchsten Stand seit über zwei Jahren, und schloss mit einem Plus von mehr als sieben Prozent als größter DAX-Gewinner. Konzernchef Bill Anderson sprach von einem "klaren Weg" aus der Rechtsunsicherheit, da der Vergleich zukünftige Forderungen erfassen soll und ohne Schuldeingeständnis erfolgt.
Ernüchterung am Folgetag
Bereits am nächsten Tag verlor die Aktie jedoch rund zehn Prozent und fiel auf 44,43 Euro, obwohl der DAX insgesamt im Plus lag. Experten wie Markus Manns von Union Investment sehen in dem Vergleich "noch nicht den Befreiungsschlag", da Bayer lediglich das Beste aus einer verfahrenen Situation geholt habe und weiterhin Risiken bestehen.
Offene Fragen und Risiken
Zentral für die langfristige Entlastung ist ein Grundsatzurteil des US Supreme Court, das prüft, ob Bundesrecht bei Warnhinweisen Vorrang vor einzelstaatlichem Recht hat – ein für Bayer günstiges Urteil könnte etwa 80 Prozent der Klagen aushebeln. Zudem ist unklar, ob genügend Kläger dem Vergleich zustimmen; bei zu vielen Ablehnungen könnte der Deal platzen. Langfristig bleibt die Aktie angeknackst: Vor der ersten Glyphosat-Niederlage 2018 lag der Kurs bei über 90 Euro, und für 2026 erwartet Bayer einen negativen freien Cashflow durch erhöhte Rückstellungen.
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