Belgische Spezialeinheiten beschlagnahmen mutmaßlichen russischen Schattenflotten-Tanker in der Nordsee
Wichtige Fakten
- • Belgische Spezialeinheiten enterten Tanker Ethera in Nordsee mit französischer Hubschrauberunterstützung.
- • Tanker fuhr unter falscher Flagge Guineas und transportierte russisches Öl trotz Sanktionen.
- • Russlands Schattenflotte umfasst 1.000-1.200 Schiffe, über die Hälfte sanktioniert.
- • Schiffe dienen Umgehung von Sanktionen durch Umladung in Drittländer wie China und Indien.
- • Schattenflotte gilt auch als Risiko für Unterwasserinfrastruktur und Umwelt.
Operation in der Nordsee
Belgische Spezialeinheiten haben mit Unterstützung französischer Hubschrauber in der Nacht zum Samstag den Öltanker Ethera in der Nordsee geentert und beschlagnahmt. Das Schiff, das unter der Flagge Guineas fuhr, wurde in der ausschließlichen Wirtschaftszone Belgiens auf dem Weg zurück nach Russland gestoppt. Laut belgischem Verteidigungsminister Theo Francken wurden gefälschte Dokumente an Bord gefunden, und der russische Kapitän wird verhört. Der Tanker wurde in den Hafen Zeebrugge eskortiert und soll offiziell konfisziert werden.
Hintergrund der Schattenflotte
Die Ethera gehört mutmaßlich zur sogenannten Schattenflotte Russlands, die westliche Sanktionen aufgrund des Ukraine-Kriegs umgeht. Diese oft heruntergekommenen Tanker, die unter Flaggen wie Panama oder Gambia fahren, transportieren russisches Rohöl nach China und Indien, wo es weiterverarbeitet und auf internationalen Märkten verkauft wird, ohne als russisch identifiziert zu werden. Frankreich schätzt die Größe der Flotte auf 1.000 bis 1.200 Schiffe, von denen über die Hälfte sanktioniert sind.
Internationale Reaktionen
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte Belgien für die "starke Aktion gegen Moskaus schwimmende Börse" und dankte Frankreich für die Unterstützung. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Beschlagnahmung einen "ernsten Schlag" gegen die Schattenflotte. Die EU warnt zudem, dass solche Schiffe als Plattformen für Drohnenstarts, Radarstörungen und Spionage dienen könnten und aufgrund ihres schlechten Zustands eine Gefahr für die Umwelt darstellen.
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