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International 02.03.2026, 11:36

Straße von Hormus blockiert: Ölhandel weltweit beeinträchtigt

Die Straße von Hormus ist für 20% des weltweiten Ölverbrauchs und ein Fünftel des LNG-Handels verantwortlich.

Wichtige Fakten

  • Die Straße von Hormus ist für 20% des weltweiten Ölverbrauchs und ein Fünftel des LNG-Handels verantwortlich.
  • Große Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk meiden die Region und umfahren das Kap der Guten Hoffnung.
  • Versicherer ziehen Kriegsrisikodeckung für iranische Gewässer und den Persischen Golf zurück.
  • Ölpreise stiegen am Morgen um bis zu neun Prozent, Experten befürchten Preise von 100-120 US-Dollar pro Fass.
  • 80% des durch die Meerenge transportierten Öls und Gases ist für asiatische Märkte bestimmt, China ist größter Abnehmer.

Schlüsselroute für Ölhandel blockiert

Die Straße von Hormus, eine nur etwa 50 Kilometer breite Meerenge, ist seit kurzem geschlossen, was weitreichende Folgen für den weltweiten Ölhandel hat. Große Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk haben alle Fahrten durch die Region ausgesetzt und leiten Schiffe nun um das Kap der Guten Hoffnung um, nachdem Huthi-Rebellen im Jemen mit Angriffen auf Handelsschiffe drohten. Dies führt zu steigenden Frachtraten, mit Zuschlägen von bis zu 3.500 Dollar pro Kühlcontainer.

Auswirkungen auf Ölversorgung und Preise

Durch die Blockade kann derzeit kein Öl aus wichtigen Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Iran, den VAE, Kuwait und dem Irak exportiert werden, die normalerweise täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl durch die Meerenge verschiffen – fast 20% des weltweiten Verbrauchs. Die Ölpreise stiegen am Morgen bereits um bis zu neun Prozent, und Experten wie Stephan Kemper von BNP Paribas warnen, dass bei längerer Sperrung Preise von 100 bis 120 US-Dollar pro Fass realistisch sein könnten, obwohl kurzfristig keine Knappheit aufgrund strategischer Reserven besteht.

Versicherungsprobleme und regionale Abhängigkeiten

Mehrere große Schiffsversicherer, darunter Gard und London P&I Club, haben angekündigt, den Versicherungsschutz für Kriegsrisiken in der Region ab Donnerstag zurückzuziehen, was die Lage weiter verschärft. Besonders betroffen sind asiatische Länder, da 80% des durch die Meerenge transportierten Öls und Gases für diese Märkte bestimmt sind, mit China als größtem Abnehmer iranischen Öls. Analysten von Morgan Stanley betonen, dass jeder anhaltende Ölpreisanstieg von zehn US-Dollar pro Barrel das BIP-Wachstum Asiens um 20 bis 30 Basispunkte beeinträchtigen könnte.

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