Straße von Hormus bleibt blockiert: Iran fordert Maut und warnt vor Minen
Wichtige Fakten
- • Iran blockiert die Straße von Hormus trotz Waffenruhe und verweist auf israelische Angriffe im Libanon.
- • Teheran fordert eine Maut von 1-2 Mio. Dollar pro Tanker in Kryptowährung, was international abgelehnt wird.
- • Nur wenige Schiffe passieren die Meerenge, Reedereien fordern Sicherheitsgarantien vor einer Wiederaufnahme.
- • Die Bundesregierung signalisiert Bereitschaft zur Beteiligung, benötigt aber ein internationales Mandat.
- • Die USA drohen mit militärischer Eskalation, falls Iran die Meerenge nicht öffnet.
Anhaltende Blockade trotz Waffenruhe
Die Straße von Hormus bleibt trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen den USA und Iran weitgehend blockiert. Iran begründet dies mit den anhaltenden massiven israelischen Angriffen auf den Libanon, die nach iranischen Angaben sogar ausgeweitet wurden. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars, die der Revolutionsgarde nahesteht, passierten seit Beginn der Waffenruhe nur wenige Tanker die Meerenge, was auch von unabhängigen Analysten bestätigt wird. Die Reedereien zögern mit der Durchfahrt, da die Sicherheitslage ungewiss ist und der Verband Deutscher Reeder Sicherheitsgarantien fordert.
Iranische Mautforderung und internationale Ablehnung
Iran beansprucht das Recht, eine Maut für die Durchfahrt zu erheben, um seinen Wiederaufbau zu finanzieren. Laut der Financial Times könnten die Gebühren bis zu zwei Millionen Dollar pro Öltanker in Kryptowährung betragen. Dies wird von den USA, Griechenland, Großbritannien und Frankreich entschieden abgelehnt, die eine gebührenfreie und sichere Schifffahrt fordern. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis warnte im US-Sender CNN vor einem "äußerst gefährlichen Präzedenzfall für die Freiheit der Schifffahrt".
Warnung vor Seeminen und wirtschaftliche Auswirkungen
Die iranische Hafenbehörde rät weiterhin von der Durchfahrt ab und verweist auf die Gefahr von Seeminen, die von der Revolutionsgarde verlegt worden sein könnten. Eine veröffentlichte Karte zeigt eine Gefahrenzone in den gewöhnlichen Schifffahrtswegen. Die anhaltende Blockade führt zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen, mit einem Anstieg des Ölpreises und steigenden Gaspreisen. Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen rechnet damit, dass es "mindestens sechs bis acht Wochen" dauern kann, bis das regionale Routennetzwerk wieder normal läuft.
Diplomatische Spannungen und deutsche Position
Diplomatisch gibt es widersprüchliche Angaben darüber, ob der Libanon Teil der Waffenruhe ist: Während Iran und der Vermittler Pakistan dies behaupten, bestreiten dies die USA und Israel. US-Vizepräsident JD Vance nannte dies ein Missverständnis. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) signalisiert Bereitschaft, zur Sicherung der freien Schifffahrt beizutragen, betont jedoch die Notwendigkeit eines internationalen Mandats, wie eines UN- oder EU-Mandats. Experten wie Christian Mölling von der Denkfabrik EDINA warnen vor Verzögerungen, da die Neuordnung des Nahen Ostens bereits im Gange sei.
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