DAX büßt weiter ein: Hohe Ölpreise und schwache Konzernzahlen belasten Märkte
Wichtige Fakten
- • DAX fiel am 27.03.2026 um 1,4% auf 22.301 Punkte, seit Kriegsbeginn minus 12%.
- • Ölpreis (Brent) stieg zeitweise auf über 111 USD je Fass, treibt Inflationssorgen.
- • DAX-Konzerne erzielten 2025 niedrigsten Umsatz und Gewinn seit 2021, Gewinnrückgang 4%.
- • Umsatz in Nordamerika und Asien sank 2025 um 4% bzw. 9%, Europa plus 3%.
- • USA verlängern Iran-Ultimatum, aber Verhandlungen bleiben schwierig, Märkte nervös.
Marktlage
Der DAX hat am 27. März 2026 weiter nachgegeben und schloss mit einem Minus von 1,4 Prozent bei 22.301 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf bis zu 1,8 Prozent auf 22.215 Zähler eingebüßt hatte. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat der deutsche Leitindex insgesamt etwa 12 Prozent verloren. Die anhaltend hohen Ölpreise, mit der Nordseesorte Brent zeitweise über 111 US-Dollar je Fass, und die unklare Lage im Nahen Osten belasten weiterhin die Anlegerstimmung, wobei sich die Sorgen vor inflationären Effekten und einer gedämpften Konjunktur verstärken.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Die DAX-Konzerne erzielten im Jahr 2025 den niedrigsten Umsatz und Gewinn seit 2021, mit einem durchschnittlichen Gewinnrückgang von vier Prozent und einem Umsatzminus von 0,6 Prozent laut einer EY-Studie. Während der Umsatz in Europa um drei Prozent zulegte, sank er in Nordamerika um vier Prozent und in Asien sogar um neun Prozent, was die Herausforderungen durch geopolitische Spannungen und Handelsbarrieren unterstreicht. Branchen wie Rüstung und Finanzen verzeichneten Rekordgewinne, während die Automobilindustrie an Boden verlor, und Experten wie Henrik Ahlers von EY sehen kaum Anzeichen für eine baldige Trendwende.
Treiber der Unsicherheit
Die Verlängerung des US-Ultimatums an den Iran durch Präsident Trump hat nicht zur Beruhigung der Märkte beigetragen, sondern die Unsicherheit über mögliche Verhandlungen erhöht. Analysten wie Thomas Altmann von QC Partners betonen, dass sich die Gespräche als schwierig erweisen könnten. Gleichzeitig belasten neue Handelskonflikte, etwa potenzielle Vergeltungsmaßnahmen zwischen den USA und China, die globale Wirtschaft, während Lieferkettenstörungen im Nahen Osten Reparaturzeiten von Monaten bis Jahren erfordern könnten, wie Andreas Lipkow von CMC Markets anmerkt.
Ausblick und Herausforderungen
Die hohen Energiekosten und die angespannte geopolitische Lage führen zu steigender Inflation und beeinträchtigen den Konsum, was die Erwartungen für einen Aufschwung 2026 weiter nach hinten verschiebt. EY-Manager Jan Brorhilker sieht erhebliche Probleme für die deutsche Industrie durch Standortnachteile, US-Zölle und einen wegbrechenden Absatz in China. Insgesamt spiegelt die Situation die großen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland wider, mit einem Weckruf an die Politik, dringende Reformen anzugehen.
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