Brasiliens Ethanol-Revolution: Mehr Mais im Tank für Unabhängigkeit
Wichtige Fakten
- • Brasilien mischt über 30 Prozent Bioethanol aus Mais ins Benzin.
- • Mais-Ethanol reduziert Brasiliens Abhängigkeit von Ölimporten.
- • Kritiker befürchten mehr Monokulturen und Verdrängung kleinbäuerlicher Landwirtschaft.
- • Durch die Produktion entsteht eiweißreiches Tierfutter (DDGS) für Exporte.
- • Flex-Autos können in Brasilien komplett mit Ethanol fahren.
Brasilien setzt verstärkt auf Mais-Ethanol
Wer in Brasilien tankt, bekommt mittlerweile mehr als 30 Prozent Bioethanol aus Mais im Kraftstoff. Das macht das Land unabhängiger von Preisschocks auf dem Ölmarkt. Das Ethanol-Programm wurde bereits in den 1970er-Jahren nach dem Ölschock gestartet, um die Abhängigkeit von Treibstoffimporten zu reduzieren. Heute fahren alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit einem Benzin-Ethanol-Gemisch, und Flex-Autos können komplett auf Ethanol umstellen. Brasilien ist zum drittgrößten Produzenten von Mais weltweit aufgestiegen und baut die Produktion rasant aus.
Kritik an der Ausweitung von Monokulturen
Während Befürworter die gesteigerte Unabhängigkeit und niedrigere CO2-Emissionen betonen, warnen Kritiker vor negativen Folgen: Die Ausweitung von Mais-Monokulturen könnte die Abholzung vorantreiben und kleinbäuerliche Betriebe verdrängen. Experten wie Antonio Andrioli vermeiden den Begriff „Bioethanol“, da dieser irreführend sei. Die Landwirte argumentieren hingegen, dass die Produktion auf Brachland stattfinde und gesetzliche Waldreserven erhalten blieben.
Exporte und Zukunftspläne
Neben Treibstoff entsteht als Nebenprodukt das eiweißreiche Tierfutter DDGS, das Brasilien bereits nach China exportiert. Einige Landwirte investieren in eigene Ethanol-Fabriken, um direkt zu produzieren. Die brasilianische Entwicklungsbank fördert Projekte, die eine nachhaltige Lieferkette sicherstellen sollen.
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