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Wirtschaft 16.07.2026, 05:01 Aktualisiert: 16.07.2026, 18:04

USA verhängen 25% Zölle auf brasilianische Importe – Brasilien kündigt Vergeltung an

USA erheben ab 22. Juli 25% Zölle auf brasilianische Waren.

Wichtige Fakten

  • USA erheben ab 22. Juli 25% Zölle auf brasilianische Waren.
  • Brasilien wird nach China am zweithöchsten mit US-Zöllen belastet.
  • Ausgenommen sind Rindfleisch, Kaffee, Orangensaft, Erdöl und Flugzeugteile.
  • Brasilien beruft sich auf ein Reciprocity Law für Gegenmaßnahmen.
  • Lula wirft Bolsonaro-Familie vor, Druck auf Trump ausgeübt zu haben.

USA verhängen neue Zölle gegen Brasilien

Die US-Regierung wird ab dem 22. Juli 25-prozentige Zölle auf zahlreiche brasilianische Importe erheben. Dies gab ein hochrangiger US-Regierungsbeamter am 16. Juli 2026 bekannt. Betroffen ist eine breite Palette von Produkten, nachdem eine einjährige Untersuchung der US-Handelsbeauftragten Brasilien unfaire Handelspraktiken bescheinigt hatte. Die Zölle basieren auf Section 301 des US-Handelsgesetzes von 1974, das nach der Aufhebung vieler Trump-Zölle durch den Obersten Gerichtshof im Februar nun vermehrt angewendet wird.

Ausnahmen und Vorwürfe

Von den Zöllen ausgenommen bleiben Rindfleisch, Kaffee, Orangensaft, Erdöl und Gas sowie bestimmte Flugzeugteile – Produkte, die in den USA nicht ausreichend verfügbar sind oder sensible Lieferketten betreffen. Die USA werfen Brasilien unter anderem vor, US-Technologieunternehmen und Finanzdienstleister zu benachteiligen, etwa durch das beliebte Bezahlsystem Pix. Zudem wird Brasiliens Wirtschaft durch angebliche Wettbewerbsvorteile wegen „illegaler Abholzung“ begünstigt, so die USTR.

Brasiliens scharfe Reaktion

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wies die Vorwürfe entschlossen zurück. Sein Büro bezeichnete die Zölle als „bedauerlichen Meilenstein“ in den bilateralen Beziehungen und führte sie auf politischen Druck der Familie des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro zurück. Brasilien kündigte an, umgehend Vergeltungsmaßnahmen nach dem nationalen Reciprocity Law zu ergreifen. Außenminister Marco Rubio verurteilte hingegen Lulas angeblichen Mangel an Verhandlungswillen: Die Zölle seien die Quittung für sein Ego.

Politische Implikationen

Der Handelskonflikt fällt in eine politisch aufgeheizte Phase vor Brasiliens Präsidentschaftswahl im Oktober. Lula strebt die Wiederwahl an, sein Hauptkontrahent ist Flávio Bolsonaro, der Sohn des ehemaligen Präsidenten. Interessanterweise stärken die US-Zölle laut Umfragen Lulas Position, da viele Brasilianer die Bolsonaro-Familie für die Misere verantwortlich machen. Flávio Bolsonaro bat die USA vergeblich, die Zölle wegen des Wahlkampfes auszusetzen. Die USA warnten Brasilien zudem davor, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen: Im Falle von Retorsionen drohe eine Anpassung des US-Vorgehens.

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