Britische Regierung drängt Supermärkte zu freiwilligen Preisdeckeln für Grundnahrungsmittel
Wichtige Fakten
- • Schatzkanzler Tomlinson bestätigt Gespräche mit Supermärkten über freiwillige Preisdeckel.
- • Branche lehnt Preisdeckel als unsinnig und gefährlich ab.
- • Lebensmittelpreise stiegen im April um 3 %; Jahresrate könnte 10 % erreichen.
- • Liberalisierung der Regulierung als Gegenleistung für Preisstopp vorgeschlagen.
- • Wettbewerbsbehörde soll neue Befugnisse gegen Preistreiberei erhalten.
Regierung sucht freiwillige Lösung mit Supermärkten
Die britische Regierung hat mit mehreren Supermarktketten Gespräche über eine freiwillige Begrenzung der Preise für Grundnahrungsmittel wie Eier, Brot und Milch geführt. Schatzkanzler Dan Tomlinson bestätigte am Mittwoch, dass es Gespräche „über die Schritte, die sie unternehmen können, um die Menschen bei den Lebenshaltungskosten zu unterstützen“ gegeben habe. Eine gesetzliche Preisobergrenze sei jedoch nicht geplant.
Branche reagiert empört
Der frühere Ocado-Vorsitzende und konservative Lord Rose bezeichnete den Vorschlag als „Unsinn“ und „gefährlich“. Der British Retail Consortium warnte vor „Preiskontrollen im Stil der 1970er Jahre“, die Einzelhändler zu Verlustverkäufen zwingen würden. Kritiker verweisen auf gestiegene Kosten durch Mindestlohn-Erhöhungen und höhere Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.
Hintergrund der Preissteigerungen
Die jüngsten Inflationszahlen zeigen einen Anstieg der Lebensmittelpreise um 3 Prozent im April – über der Gesamtinflation von 2,8 Prozent. Manche Branchenverbände warnen vor einem Anstieg auf fast 10 Prozent bis Jahresende. Ursachen sind unter anderem steigende Dünger- und Futtermittelpreise infolge des Iran-Konflikts, der die wichtige Straße von Hormus blockiert. Die Regierung plant zudem, die Wettbewerbsbehörde mit neuen Befugnissen zur Preisüberwachung auszustatten.
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