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International 19.02.2026, 09:36 Aktualisiert: 19.02.2026, 18:03

Britisches Paar zu zehn Jahren Haft in Iran verurteilt – Familie klagt über Härten

Das britische Ehepaar Foreman wurde im Januar 2025 in Iran festgenommen und zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Wichtige Fakten

  • Das britische Ehepaar Foreman wurde im Januar 2025 in Iran festgenommen und zu zehn Jahren Haft verurteilt.
  • Die Vorwürfe der Spionage werden von den Betroffenen bestritten; es wurden keine Beweise vorgelegt.
  • Die britische Außenministerin Yvette Cooper bezeichnet das Urteil als 'völlig unvertretbar und ungerechtfertigt'.
  • Das Paar sitzt in Teherans Evin-Gefängnis unter harten Bedingungen in getrennten Flügeln ein.
  • Iran nutzt ausländische Gefangene oft als Druckmittel in internationalen Verhandlungen.

Hintergrund und Urteil

Das britische Ehepaar Lindsay und Craig Foreman aus East Sussex wurde von einem iranischen Gericht zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die beiden waren im Januar 2025 während einer Motorradweltreise in Iran festgenommen und der Spionage beschuldigt worden, was sie stets bestritten haben. Das Urteil fällte die Abteilung 15 des Revolutionsgerichts Teheran nach einem nur dreistündigen Prozess, in dem den Angeklagten keine Verteidigungsmöglichkeit eingeräumt wurde. In einem seltenen Telefoninterview aus dem Evin-Gefängnis beschrieb Lindsay Foreman die Haft als 'einen Ausdauertest für den Geist' und betonte, dass sie und ihr Mann Briefe an die iranischen Behörden schrieben und in Hungerstreik traten, um Gerechtigkeit zu suchen.

Reaktionen und Haftbedingungen

Die britische Außenministerin Yvette Cooper verurteilte das Urteil als 'völlig unvertretbar und ungerechtfertigt' und kündigte an, den Fall 'unerbittlich' mit der iranischen Regierung zu verfolgen. Das Paar wird im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten, wo sie nach Angaben ihres Sohnes Joe Bennett unter 'elenden' Bedingungen leben müssen, mit Problemen wie Schmutz, Ungeziefer und Gewalt. Lindsay Foreman berichtete, dass sie und ihr Mann in getrennten Flügeln untergebracht sind und sie versucht, in dem engen Gefängnishof im Kreis zu laufen, um körperlich fit zu bleiben. Die Familie kritisiert zudem das Fehlen von Beweisen für die Spionagevorwürfe und wirft der britischen Regierung vor, nicht genug für ihre Freilassung zu tun, wobei Bennett sagte, dass Briefe an den Premierminister unbeantwortet blieben.

Historischer Kontext und Ausblick

Iran hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft oder ausländischem Wohnsitz aus oft umstrittenen Gründen festgenommen, darunter mindestens 15 mit Verbindungen zum Vereinigten Königreich. Menschenrechtsgruppen vermuten, dass diese Inhaftierungen oft als Druckmittel in internationalen Verhandlungen dienen, wie zuletzt bei der Freilassung der britisch-iranischen Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Jahr 2022 nach Begleichung einer Schuld. Die Foremans reisten trotz Reisewarnungen des britischen Außenministeriums nach Iran, wobei Lindsay Foreman erklärte, sie übernehme Verantwortung für die Entscheidung. Die Freilassung könnte Jahre dauern und hängt von komplexen Verhandlungen ab, wobei die britische Position durch internationale Spannungen erschwert wird.

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