British Gas zu Millionenzahlung wegen illegaler Prepayment-Zähler gezwungen
Wichtige Fakten
- • Ofgem verhängte 20 Mio. £ Strafe gegen British Gas.
- • British Gas muss bis zu 70 Mio. £ Schulden erlassen.
- • Skandal betraf 40.000 Kunden mit Zwangsinstallationen.
- • Missbrauch wurde erstmals 2018 gemeldet, 2021 bestätigt.
- • Unternehmen stellte Praxis erst 2023 ein.
Einigung nach Skandal um Zwangszähler
Der britische Energieversorger British Gas hat sich mit der Regulierungsbehörde Ofgem auf einen Vergleich geeinigt, nachdem bekannt geworden war, dass das Unternehmen bei gefährdeten Kunden ohne deren Zustimmung Prepayment-Zähler eingebaut hatte. British Gas zahlt 20 Millionen Pfund in einen Entschädigungsfonds und erlässt Schulden in Höhe von bis zu 70 Millionen Pfund. Zudem wird ein freiwilliges Hilfspaket von 22,4 Millionen Pfund fortgesetzt. Die Gesamtentschädigung beläuft sich auf bis zu 112 Millionen Pfund.
Hintergrund des Skandals
Im Jahr 2023 deckte die Times auf, dass Inkassounternehmen im Auftrag von British Gas in die Häuser von säumigen Zahlern eingebrochen waren, um Prepayment-Zähler zu installieren. Die Praktiken waren branchenweit verbreitet: Zwischen 2022 und 2023 wurden 40.000 Kunden ohne Einwilligung solche Zähler aufgedrängt. Ofgem verhängte daraufhin ein vorübergehendes Verbot der Zwangsinstallation und leitete Untersuchungen ein. Der aktuelle Vergleich bezieht sich ausschließlich auf British Gas; andere Versorger wie EDF, E.ON und Scottish Power hatten bereits zuvor Vergleiche geschlossen.
Reaktionen und Konsequenzen
Ofgem-Chef Tim Jarvis kritisierte, British Gas habe „eine inakzeptable Anzahl gefährdeter Kunden unangemessen behandelt“. British-Gas-Chef Chris O'Shea entschuldigte sich und kündigte Verbesserungen der internen Prozesse an. Verbraucherschützer forderten eine gesetzliche Abschaffung der Zwangsinstallation. Seit 2024 ist die erzwungene Installation in Haushalten mit Kleinkindern oder über 75-Jährigen verboten.
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