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Inland 27.03.2026, 10:56 Aktualisiert: 27.03.2026, 15:03

Bundestag beschließt grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge

Ab 2027 ersetzt ein neues, staatlich gefördertes Modell die Riester-Rente.

Wichtige Fakten

  • Ab 2027 ersetzt ein neues, staatlich gefördertes Modell die Riester-Rente.
  • Die Grundzulage beträgt bis zu 540 Euro jährlich, Kinderzulage bis 300 Euro pro Kind.
  • Drei Varianten: Depot ohne Garantien, mit 80% oder 100% Garantie.
  • Selbstständige und Geringverdiener werden einbezogen, Standarddepot mit gedeckelten Kosten.
  • Altverträge haben Bestandsschutz, Wechsel in neues Modell ist ohne Förderverlust möglich.

Reformbeschluss im Bundestag

Der Bundestag hat mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition eine Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen, die ab 1. Januar 2027 die Riester-Rente durch ein neues, staatlich gefördertes Modell ersetzen soll. Laut Union und SPD sind die neuen Produkte kostengünstiger, flexibler und renditestärker, wobei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil dies als "Meilenstein" bezeichnete, der die Vorsorge für kleinere Einkommen und Familien attraktiver macht. Gegen die Pläne stimmte die Linkspartei, während Grüne und AfD sich enthielten. Die Reform muss nun noch den Bundesrat passieren, um in Kraft zu treten.

Ausgestaltung und Förderung

Die genaue Ausgestaltung wird noch per Verordnung geregelt, aber es sind drei Varianten geplant: eine mit 100% Garantie, eine mit 80% Garantie und ein Depot ohne Garantien für höhere Renditen. Ein leicht verständliches Standardprodukt mit gedeckelten Verwaltungskosten von maximal 1,0 Prozent soll Geringverdienern den Einstieg erleichtern und von einem öffentlichen Träger angeboten werden, wobei auch Selbstständige einbezogen werden. Der Kreis der Förderberechtigten wird deutlich erweitert, um mehr Menschen zum privaten Sparen zu motivieren.

Staatliche Zulagen und Altverträge

Der Staat fördert die private Altersvorsorge mit Zulagen: Bei Sparbeträgen bis 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent pro eingezahltem Euro, bei 360 bis 1.800 Euro 25 Cent, was eine maximale Grundzulage von 540 Euro jährlich ermöglicht. Zusätzlich kann ein Kinderzuschlag von 300 Euro ab einem Sparbeitrag von 25 Euro monatlich erreicht werden. Für bestehende Riester-Verträge besteht Bestandsschutz, ein Wechsel in das neue Modell ist jedoch möglich, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen, wobei Wechselkosten anfallen können.

Hintergrund und Ziele

Die Reform zielt darauf ab, mehr Menschen zum privaten Sparen für die Rente zu motivieren, da die gesetzliche Rente aufgrund demografischer Veränderungen unter Druck steht. Die Riester-Rente, seit 2002 in Kraft, stand in der Kritik wegen hoher Kosten und geringer Renditen. Mit der Abkehr von der verpflichtenden Beitragsgarantie sollen höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht werden, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Zudem wird die Förderlogik vereinfacht, um die Attraktivität zu steigern.

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