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Wirtschaft 24.07.2026, 05:24 Aktualisiert: 24.07.2026, 10:04

Goldpreis bleibt volatil: Erholung trotz Krieg und sinkender Zentralbank-Käufe?

Goldpreis fiel seit Januar um 30% von Rekordhoch 5600 Dollar.

Wichtige Fakten

  • Goldpreis fiel seit Januar um 30% von Rekordhoch 5600 Dollar.
  • Zentralbanken verlangsamten Goldkäufe wegen gestiegener Volatilität.
  • World Gold Council-Umfrage: 45% der Zentralbanken wollen Bestände erhöhen.
  • Markt erwartet erste Fed-Zinserhöhung im September 2026.
  • Ölpreis Brent steigt auf 102 Dollar durch Bedrohung zweier Schifffahrtsrouten.

Goldpreis erholt sich leicht nach historischem Einbruch

Nach einem Rückgang von fast 30 Prozent gegenüber dem Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar Ende Januar hat sich der Goldpreis wieder leicht erholt und notiert knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 Dollar. Der Kursrutsch wird als Korrektur der vorangegangenen Übertreibung gesehen, bei der das Edelmetall inflationsbereinigt so teuer war wie nie zuvor. Die starke Volatilität, die zwischenzeitlich sogar Bitcoin übertraf, schreckte viele Zentralbanken ab, die aus Vorsicht ihre Goldkäufe verlangsamten. Laut Rohstoffexperten könnte der Preis die 4.000-Dollar-Marke noch unterschreiten, der World Gold Council erwartet perspektivisch jedoch höhere Nachfrage.

Belastungsfaktoren: Steigende Zinsen und Ölpreis

Der anhaltende Iran-Konflikt und die damit verbundenen Inflationsrisiken durch die erhöhten Ölpreise dominieren die makroökonomische Lage. Die Nordseesorte Brent erreichte ein Zwei-Monats-Hoch von 102 Dollar und notiert zuletzt bei rund 100 Dollar. Hintergrund sind Angriffe auf saudische Tanker im Roten Meer durch die Huthi-Milizen sowie eine fast vollständige Blockade der Straße von Hormus durch US-Militär. Der Ölpreisschock heizt Inflationsängste an: die Finanzmärkte erwarten die erste US-Leitzinserhöhung im September. Steigende Zinsen wiederum lassen den Goldpreis unter Druck geraten, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft.

Anlegerverhalten und künftige Perspektiven

Der traditionelle Ruf des Goldes als sicherer Hafen in Kriegs- und Krisenzeiten ist zuletzt erschüttert worden. Die aktuellen Stimmungsdaten deuten hingegen wieder in eine optimistischere Richtung. So wollen laut World Gold Council knapp die Hälfte der Notenbanken ihre Reserven weiter erhöhen. Rohstoffexperten sehen gleichwohl noch Abwärtspotenzial: Ein Kursziel von 3.900 Dollar je Unze bis Jahresende ist realistisch. Eine nachhaltige Entspannung im Iran-Krieg könnte hingegen nicht nur Aktienmärkte, sondern auch den Goldpreis beflügeln. Neue Konjunktursorgen oder eine weitere Eskalation bleiben weitere optionale Preistreiber im zweiten Halbjahr 2026.

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