Dänemark-Wahl: Sozialdemokraten verlieren deutlich - Moderaten entscheiden über Regierungsbildung
Wichtige Fakten
- • Die Sozialdemokraten erreichen mit 22% ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg.
- • Weder der rote noch der blaue Block erreichen die erforderliche Mehrheit von 90 Sitzen.
- • Die Moderaten von Außenminister Lars Løkke Rasmussen könnten als Königsmacher fungieren.
- • Die Dänische Volkspartei verdreifacht ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl.
- • Die Ergebnisse aus Grönland und Färöer könnten bei dem knappen Ausgang entscheidend sein.
Wahlergebnis und historische Verluste
Bei der Parlamentswahl in Dänemark haben die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen laut ersten Hochrechnungen die meisten Stimmen erhalten, allerdings mit deutlichen Verlusten. Die Partei rutscht auf etwa 22 Prozent ab und erzielt damit ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg. Frederiksens Hoffnung auf eine dritte Amtszeit ist ungewiss, da weder der rote Block (Sozialdemokraten und Linksparteien) noch der blaue Block (bürgerliche und rechte Parteien) die erforderliche Mehrheit von 90 Mandaten erreichen.
Entscheidende Rolle der Moderaten
Die Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung kommt Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seinen Moderaten zu, die mit etwa 7,7 Prozent der Stimmen als Königsmacher fungieren könnten. Rasmussen, der sich selbst als "königlicher Untersucher" für Koalitionsverhandlungen über die Mitte angeboten hat, betonte nach der Wahl, dass seine Priorität bei den Sachthemen liege und nicht bei persönlichen Ambitionen. Die bisherige Dreierkoalition aus Sozialdemokraten, rechtsliberaler Venstre und Moderaten ist deutlich von einer Mehrheit entfernt.
Politische Landschaft und Überraschungen
Insgesamt werden zwölf Parteien ins Parlament einziehen, darunter die Dänische Volkspartei, die ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl fast verdreifacht hat und auf etwa 9 Prozent kommt. Der Wahlkampf wurde trotz der internationalen Grönland-Krise mit den USA vor allem von innenpolitischen Themen geprägt, darunter Schweinezucht, sauberes Trinkwasser, eine Vermögenssteuer für kleinere Schulklassen und Frederiksens geplante "Kinderzeit" für Eltern. Die Ergebnisse aus den Autonomiegebieten Grönland und Färöer, die jeweils zwei Abgeordnete entsenden, könnten bei dem knappen Ausgang den entscheidenden Ausschlag geben.
Ausblick auf Koalitionsverhandlungen
Die Wahllokale schlossen um 20 Uhr, und mit der Auszählung von etwa 99 Prozent der Stimmen zeichnen sich unklare Mehrheitsverhältnisse ab. Der rote Block kommt auf etwa 84 Sitze, der blaue Block auf 77 Sitze, während die Moderaten 14 Sitze halten. Damit steht Dänemark vor komplexen und möglicherweise wochenlangen Koalitionsverhandlungen, bei denen Rasmussen eine zentrale Vermittlerrolle einnehmen wird. Die Menschen in Dänemark hoffen auf eine stabile Regierung in unsicheren Zeiten, wobei sowohl eine weitere Mitte-Koalition als auch eine Mitte-Rechts-Koalition als möglich gelten.
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