DAX fällt weiter – Ölpreis und Zinssorgen belasten
Wichtige Fakten
- • DAX fällt um 0,5% auf ca. 26.200 Punkte.
- • Brent-Öl kostet wieder deutlich über 90 Dollar.
- • Iran-US-Verhandlungen gescheitert, Waffenruhe ausgelaufen.
- • Bundesanleihen-Renditen auf 15-Jahres-Hoch.
- • Baugenehmigungen steigen um 15,1% im 1. Halbjahr.
DAX und geopolitische Unsicherheit
Der DAX setzt seinen Rückfall fort und notiert am Mittwochvormittag rund ein halbes Prozent tiefer bei etwa 26.200 Punkten. Der deutsche Leitindex entfernt sich damit weiter von seinem Rekordhoch bei 26.573 Zählern. Belastend wirken die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten: Das Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA ist ausgelaufen, eine Verlängerung der Waffenruhe wird von US-Präsident Trump nicht angestrebt. Iran droht mit einer Verschärfung des Konflikts, und sogar der Oman wird mit Bombardierung bedroht. Marktbeobachter Thomas Henke vom Broker IG sieht die globalen Handelsplätze seit Tagen im Rückwärtsgang, ohne dass es zu einer Verkaufswelle kommt.
Ölpreis und Inflation
Die Sorge vor einer weiteren Eskalation treibt den Ölpreis: Ein Fass Brent kostet wieder deutlich über 90 Dollar. Höhere Energiepreise könnten die Inflation wieder anheizen und damit die Zinssenkungserwartungen dämpfen. Der Anleihemarkt sendet ebenfalls belastende Signale: Die Renditen zehn- und 30-jähriger Bundesanleihen sind auf neue 15-Jahres-Hochs gestiegen, was Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver macht und die Finanzierungskosten erhöht, so Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Konjunktur und Baubranche
Erfreuliche Daten kommen aus der deutschen Baubranche: Die Zahl der Baugenehmigungen ist im ersten Halbjahr um 15,1 Prozent auf 126.300 gestiegen – der stärkste Anstieg seit zehn Jahren. Das Statistische Bundesamt relativiert dies jedoch, da das Plus von einem niedrigen Niveau aus erfolgt. Bauverbandschef Felix Pakleppa spricht von einem „Hoffnungsschimmer, aber noch keinem Durchbruch“, da viele Projekte aufgrund gestiegener Finanzierungskosten storniert würden. Die positiven Konjunkturdaten können die negative Stimmung an den Börsen derzeit nicht drehen.
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