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Wirtschaft 24.02.2026, 06:34 Aktualisiert: 24.02.2026, 18:03

DAX schließt leicht im Plus trotz Zollunsicherheiten und Rüstungsboom

DAX schließt bei 24.986 Punkten (+0,02%) nach anfänglichen Verlusten

Wichtige Fakten

  • DAX schließt bei 24.986 Punkten (+0,02%) nach anfänglichen Verlusten
  • Neue US-Zölle von 10% treten in Kraft, Trump plant Erhöhung auf 15%
  • FedEx klagt auf vollständige Rückzahlung bereits gezahlter Zölle
  • EU-Pkw-Neuzulassungen im Januar um 3,9% gesunken, Hybrid-Fahrzeuge legen zu
  • Rüstungstitel wie Rheinmetall (+1.690% seit 2022) profitieren von Verteidigungsausgaben

DAX erholt sich im Tagesverlauf

Nachdem der DAX am Dienstag unter die 25.000-Punkte-Marke gerutscht war, blieben Anleger auch am Mittwoch vorsichtig. Der deutsche Leitindex eröffnete zunächst mit Verlusten, konnte sich im Tagesverlauf aber erholen und schloss bei 24.986 Punkten mit einem leichten Plus von 0,02%. Marktexperten führen die anhaltende Unsicherheit auf die unklare Zollpolitik der USA, Spannungen im Nahen Osten und Sorgen um die KI-Entwicklung zurück.

Neue US-Zölle in Kraft getreten

Der weltweite US-Einfuhrzoll in Höhe von zehn Prozent ist am Mittwoch in Kraft getreten. US-Präsident Donald Trump hat zwar angekündigt, den Satz auf 15 Prozent anzuheben, bislang jedoch kein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Die neuen Zölle basieren auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und gelten für 150 Tage, sofern der Kongress nicht verlängert. Ausnahmen gibt es für strategisch wichtige Produktgruppen wie Energie, Arzneimittel und bestimmte Elektronikprodukte sowie für Waren aus Kanada und Mexiko.

FedEx klagt auf Rückzahlung von Zöllen

Der US-Logistikkonzern FedEx hat als erstes großes Unternehmen eine Klage gegen die Trump-Regierung eingereicht und fordert die vollständige Rückzahlung bereits gezahlter Zölle. Diese Forderung bezieht sich auf die Importgebühren, die der Oberste Gerichtshof der USA jüngst als unrechtmäßig eingestuft hat. Experten schätzen, dass die USA bis zu 175 Milliarden Dollar zurückzahlen müssten, was jedoch aufgrund des hohen Aufwands nicht kurzfristig zu erwarten ist.

Schwacher Start für Europas Automarkt

Der europäische Automarkt ist schwach in das neue Jahr gestartet. Im Januar wurden in der EU 799.625 Pkw neu zugelassen, was einem Rückgang von 3,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings gewinnen Plug-In-Hybride an Beliebtheit mit einem Zuwachs von 6,2% und einem Marktanteil von 38,6%. Reine Elektroautos erreichten einen Marktanteil von 19,3%, während Tesla mit einem Rückgang von 1,6% stagnierte. Experten führen die Schwäche auf Zollunsicherheiten und wachsende Konkurrenz aus China zurück.

Rüstungsaktien im Fokus

Am vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine stehen Rüstungstitel im Fokus. Rheinmetall, der größte deutsche Rüstungskonzern, verzeichnet seit 2022 einen Kursanstieg von etwa 1.690% auf rund 1.720 Euro. Auch Hensoldt (+550%) und Renk profitieren von erhöhten Verteidigungsausgaben. Der Lübecker U-Boot-Zulieferer Gabler Group plant einen Börsengang am 9. März und will bis zu 142 Millionen Euro einsammeln. Die öffentliche Wahrnehmung der Branche hat sich durch die geopolitische Lage gewandelt.

Russlands Energieeinnahmen sinken

Russlands Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe sind im vierten Jahr seit der Invasion der Ukraine um 19% auf 193 Milliarden Euro gesunken. Besonders stark sanken die EU-Importe um 36% auf 14,5 Milliarden Euro. Die EU-Sanktionen gegen Raffinerieprodukte und US-Maßnahmen gegen Rosneft und Lukoil zeigen Wirkung, während Drohungen nur begrenzten Einfluss hatten. Die EU plant ein umfassendes Verbot maritimer Dienstleistungen für Tanker mit russischem Rohöl, was die russische Schattenflotte treffen könnte.

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