Bahn-Bilanz 2025: Rekordfahrgäste bei Rekordverlust - Palla verspricht langwierige Sanierung
Wichtige Fakten
- • 2025: 1,93 Mrd. Fahrgäste (+3,4%) – Rekord trotz Problemen.
- • Verlust 2025: 2,3 Mrd. Euro, 0,5 Mrd. mehr als im Vorjahr.
- • Nur 60,1% der Fernzüge waren pünktlich – neuer Tiefststand.
- • Schuldenberg durch DB Schenker-Verkauf um 12 auf 20,7 Mrd. Euro gesenkt.
- • Operativer Gewinn (Ebit) von 297 Mio. Euro – erste schwarze Zahlen seit Jahren.
Rekordfahrgäste bei anhaltender Krise
Die Deutsche Bahn hat ihren Geschäftsbericht für 2025 vorgelegt und verzeichnet trotz anhaltender Krisen einen Fahrgastrekord: 1,93 Milliarden Passagiere nutzten den Schienenverkehr, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders der Regionalverkehr verzeichnete mit 1,8 Milliarden Fahrgästen ein deutliches Wachstum, während der Fernverkehr mit 136 Millionen Reisenden stabil blieb. Trotz dieser hohen Nachfrage schrieb der Konzern unter dem Strich einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro, was einer Steigerung von etwa 0,5 Milliarden Euro im Vergleich zu 2024 entspricht.
Strukturelle Probleme und Managementmaßnahmen
Hauptgrund für den hohen Verlust sind Wertminderungen bei der DB Fernverkehr in Höhe von 1,4 Milliarden Euro, da aufgrund von Infrastrukturproblemen und geringer Pünktlichkeit niedrigere Umsätze erwartet werden. Nur 60,1 Prozent der Fernzüge waren 2025 pünktlich – ein neuer Tiefststand. Bahnchefin Evelyn Palla, die seit Oktober 2025 im Amt ist, hat umfassende Strukturreformen eingeleitet, darunter Stellenabbau in Verwaltung und Management sowie die Verlagerung von Verantwortung in die Fläche. Mit Sofortprogrammen zum Komfort im Fernverkehr versucht sie, die Situation für Reisende kurzfristig zu verbessern.
Finanzielle Entwicklungen und langfristige Ziele
Der Verkauf der Logistiktochter DB Schenker trug dazu bei, den Schuldenberg um knapp 12 Milliarden auf 20,7 Milliarden Euro zu reduzieren, fehlt dem Konzern aber als wichtiger Gewinnbringer. Operativ erzielte die Bahn vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Gewinn von 297 Millionen Euro, die ersten schwarzen Zahlen seit Jahren, bei einem Umsatzanstieg um rund drei Prozent auf 27 Milliarden Euro. Palla beschreibt die Bilanz als "Licht und Schatten" und verspricht eine langwierige Sanierung mit dem Ziel, die beste Eisenbahn Europas zu werden, wobei sie betont, dass dies "Schritt für Schritt. Tag für Tag" erfolgen muss. Die Pünktlichkeitsziele bleiben mit 70 Prozent für 2029 bescheiden.
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