Deutsche Bank nutzte Epstein als Türöffner zu Superreichen – trotz Risiken
Wichtige Fakten
- • Deutsche Bank-Mitarbeiter suchten 2015 Rat bei Epstein im Umgang mit Milliardären.
- • Epstein erhielt Vorzugsbehandlungen wie Zugang zu Twitter-Aktien beim Börsengang.
- • Compliance-Mitarbeiter wollten die Geschäftsbeziehung beenden, wurden aber ignoriert.
- • Die Bank hielt Epstein trotz Missbrauchsvorwürfen von über 40 Frauen als Kunden.
- • Spitzenmanager feierten 2017 Epsteins Einlagenerhöhung um 50 Millionen US-Dollar.
Zusammenfassung
Die veröffentlichten Epstein-Akten zeigen, dass die Deutsche Bank den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offenbar als Kontakt zu Superreichen nutzte und dabei Alarmzeichen ignorierte. Im September 2015 suchten Vermögensberater der Bank Rat bei Epstein im Umgang mit Milliardären, wobei Epstein angab, Kontakt zu über 20 Milliardären zu haben. Die Bank gewährte ihm Vorzugsbehandlungen, etwa beim Börsengang von Twitter, und versuchte noch im Januar 2015, ihn in ein Premiumkundenprogramm aufzunehmen, obwohl er nicht die erforderlichen finanziellen Mittel hatte und Missbrauchsvorwürfe gegen ihn bekannt waren.
Interne Diskussionen und Compliance-Probleme
Trotz interner Diskussionen Ende 2014 über eine Beendigung der Kundenbeziehung aufgrund von Vorwürfen von mehr als 40 Frauen, setzte die Deutsche Bank die Geschäfte mit Epstein fort. Eine Risikoprüfung im Februar 2015 stufte ihn zwar als hohes Reputationsrisiko ein, empfahl aber eine Fortsetzung mit erhöhter Aufmerksamkeit. Compliance-Mitarbeiter beklagten einen laxen Umgang mit Geldwäschevorgaben und wollten die Beziehung beenden, wurden jedoch überstimmt. Spitzenmanager wie Fabrizio Campelli feierten 2017 Epsteins Einlagenerhöhung, obwohl die Bank später angab, er habe bis Ende 2018 keine Kenntnis von den Straftaten gehabt.
Reaktion der Deutschen Bank
Die Deutsche Bank bedauert die damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein und betont, aus dem Fehler gelernt zu haben. Sie habe erhebliche Investitionen in Schulungen und Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität getätigt und den Fall transparent mit Aufsichtsbehörden aufgearbeitet. Zu einzelnen Vorgängen, wie den Geschäften mit der Trump-Familie, die in den Akten ebenfalls erwähnt werden, wollte sich die Bank nicht äußern.
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