Teilen:
International 13.02.2026, 16:26 Aktualisiert: 13.02.2026, 18:08

Russland erklärt DAAD zur unerwünschten Organisation

Russlands Justizministerium erklärte den DAAD am 10. Februar 2026 zur unerwünschten Organisation.

Wichtige Fakten

  • Russlands Justizministerium erklärte den DAAD am 10. Februar 2026 zur unerwünschten Organisation.
  • Die DAAD-Büros in Moskau müssen geschlossen werden, was akademische Kontakte weitgehend beendet.
  • Bundesaußenminister Wadephul verurteilt die Maßnahme als unbegründeten Schlag gegen Wissenschaftsfreiheit.
  • Der DAAD vergibt weiterhin Stipendien an russische Studierende in Deutschland, aktuell etwa 200 Personen.
  • Kontakt mit unerwünschten Organisationen kann für russische Staatsbürger strafbar sein.

Zusammenfassung

Russland hat den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zur "unerwünschten Organisation" erklärt und ihm damit die Arbeit im Land untersagt. Das russische Justizministerium traf diese Entscheidung am 10. Februar 2026, wie der DAAD am 13. Februar mitteilte. Infolgedessen müssen die DAAD-Büros in Moskau, einschließlich des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses, geschlossen werden. DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee bedauerte den Schritt, betonte aber, dass russische Studierende weiterhin aus Drittländern Stipendien beantragen können und etwa 200 aktuelle Stipendiaten in Deutschland nicht betroffen sind.

Reaktionen und Kontext

Die Bundesregierung kritisierte die Maßnahme scharf. Außenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte sie als "völlig unbegründet" und forderte Russland auf, das Verbot zurückzunehmen. Er bezeichnete es als Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit und Teil einer zunehmenden Kriminalisierung internationaler Kontakte. Ellen Demuth (CDU), Vorsitzende des Bundestags-Unterausschusses für Auswärtige Politik, sprach von einem "direkten Angriff auf eine der wenigen verbliebenen Brücken zwischen unseren Gesellschaften". Der DAAD hatte bereits nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 institutionelle Kontakte eingestellt und vergibt keine Stipendien mehr für Aufenthalte in Russland.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.