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Wirtschaft 17.02.2026, 13:20 Aktualisiert: 17.02.2026, 18:06

Deutsche Gasspeicher auf historisch niedrigem Stand – Experten sehen trotzdem keine akute Gefahr

Deutsche Gasspeicher sind nur noch zu knapp 24 Prozent gefüllt – ein Zehnjahrestief.

Wichtige Fakten

  • Deutsche Gasspeicher sind nur noch zu knapp 24 Prozent gefüllt – ein Zehnjahrestief.
  • Gaspreise an Handelsplätzen wie TTF bleiben stabil unter 31 Euro pro Megawattstunde.
  • Deutschland bezieht Gas diversifiziert aus Norwegen, Niederlande, Belgien und LNG-Terminals.
  • Experten rechnen mit einem weiteren Absinken der Speicher auf etwa 15 Prozent bis Saisonende.
  • Globale LNG-Überversorgung und schwache Nachfrage aus Asien unterstützen die Versorgungssicherheit.

Zustand der Gasspeicher

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur noch zu knapp 24 Prozent gefüllt, was den niedrigsten Stand seit etwa zehn Jahren darstellt und deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegt. Laut Bundesnetzagentur ist dieser Rückgang nicht allein auf die aktuelle Kältewelle zurückzuführen, sondern auch darauf, dass Deutschland bereits mit vergleichsweise niedrigen Füllständen in die Heizsaison gestartet war, nachdem die Speicher im Sommer weniger stark aufgefüllt wurden als in den Vorjahren.

Preise und Experteneinschätzungen

Trotz der niedrigen Speicherstände bleiben die Gaspreise stabil, mit Notierungen am niederländischen Handelsplatz TTF unter 31 Euro pro Megawattstunde. Experten wie Andreas Maulberger von Union Investment geben Entwarnung für diesen Winter und betonen, dass bei normalem Wetterverlauf die Bestände bis zum Ende der Heizperiode auf etwa 15 Prozent sinken werden, was keine akute Mangellage darstellt.

Versorgungssicherheit und zukünftige Herausforderungen

Die Versorgungssicherheit wird durch einen breiteren Gas-Mix, darunter Lieferungen aus Norwegen, den Niederlanden, Belgien und LNG-Terminals, sowie ein globales Überangebot an Flüssiggas gestützt. Allerdings warnen Fachleute, dass die eigentliche Herausforderung im Frühjahr beginnt, wenn die leeren Speicher wieder aufgefüllt werden müssen, was zu Preisanstiegen führen könnte und in Berlin Debatten über eine strategische Gasreserve auslöst.

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