Deutschland bei Hochwasserschutz nur auf kleine Ereignisse vorbereitet
Wichtige Fakten
- • Berlin, Region, Thema: Nur bei kleinen und mittleren Hochwassern gut vorbereitet.
- • Extreme Ereignisse erfordern jahrelange Projekte wie Rückhaltebecken.
- • Klimawandel erhöht Häufigkeit von Starkregen und Extremhochwassern.
- • Frühwarnsysteme für Nebenflüsse verbessern Reaktionszeit.
- • Zahlreiche Mittelgebirgsflüsse haben ähnliches Gefahrenpotenzial wie Ahr.
Experte sieht Lücken im Hochwasserschutz
Deutschland ist nach Einschätzung des Geografen Thomas Roggenkamp gut auf kleine und mittlere Hochwasser vorbereitet, aber nicht auf extreme Ereignisse. Im tagesthemen-Interview anlässlich der fünften Wiederkehr der Flutkatastrophe im Ahrtal betont er, dass der Erfahrungsschatz für extreme Lagen fehle. Roggenkamp hält den Wiederaufbau in den Überschwemmungsgebieten zwar für kritisch, aber realistisch. Entscheidend sei, wie man die Menschen bestmöglich schützen könne.
Klimawandel als treibender Faktor
Der Klimawandel führe zu häufigeren Starkregen- und Extremhochwasserereignissen, worauf man sich einstellen müsse. Technischer Hochwasserschutz wie Rückhaltebecken an Nebenflüssen sei die wirksamste Maßnahme, um Wasser aus den Orten fernzuhalten. Allerdings sei dies ein langfristiges Projekt über Jahre und Jahrzehnte. Frühwarnsysteme mit Sensoren in Nebenflüssen könnten die Vorwarnzeit verkürzen und die Reaktion verbessern.
Gefahr auch in anderen Regionen
Das Ahrtal stehe exemplarisch für viele Mittelgebirgsflüsse mit ähnlichen Gefahrenmerkmalen – steile Hänge, dünne Böden und schnelle Wasseransammlung. Daher müsse der Blick auch auf andere Flusssysteme gerichtet werden. Der vorbereitende Hochwasserschutz, insbesondere die Wissen der Bevölkerung über das richtige Verhalten im Ernstfall, sei ebenso wichtig wie technische Maßnahmen.
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