Deutschland steigt im Korruptionsindex auf Rang 10, doch langfristiger Trend bleibt negativ
Wichtige Fakten
- • Deutschland verbessert sich um fünf Plätze auf Rang 10 von 182 Staaten.
- • Der Aufstieg resultiert hauptsächlich aus dem Abstieg anderer Länder wie Australien.
- • Deutschlands Punktzahl sank seit 2016 von 81 auf 77 Punkte.
- • Dänemark ist zum achten Mal das am wenigsten korrupte Land.
- • Der globale Durchschnitt erreicht mit 42 Punkten ein Zehnjahrestief.
Platzierung und Hintergründe
Deutschland hat sich im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International für das vergangene Jahr um fünf Plätze auf Rang 10 von 182 erfassten Staaten verbessert. Transparency International betont jedoch, dass dieser Aufstieg vor allem auf der Schwäche anderer Länder wie Australien, Irland oder Uruguay basiert und kein Grund zur Entwarnung ist.
Langfristiger Trend und Kritik
Im Zehnjahresvergleich zeigt sich ein Abwärtstrend: Deutschlands Punktzahl auf der Skala von 0 (sehr korrupt) bis 100 (korruptionsfrei) sank von 81 Punkten im Jahr 2016 auf 77 im vergangenen Jahr, nach 75 Punkten im Jahr 2024. Transparency-Deutschland-Chefin Alexandra Herzog warnt, dass Bürokratieabbau, etwa durch Gesetze zur Beschaffungsbeschleunigung der Bundeswehr, zentrale Kontrollmechanismen gegen Korruption schwächen könnte, was angesichts der Sondervermögen mehr Transparenz erfordern würde.
Globale Entwicklung
Weltweit zieht Transparency ein negatives Fazit: Die Korruption nimmt zu, der globale Durchschnitt erreicht mit 42 Punkten den tiefsten Wert seit über zehn Jahren. Gefestigte Demokratien wie Großbritannien und die USA büßten in den vergangenen zehn Jahren viele Punkte ein, während Dänemark zum achten Mal in Folge das am wenigsten korrupte Land ist. In Ländern mit geschwächtem Rechtsstaat, wie Ungarn, breitet sich Korruption besonders aus, und Rechtsextreme sowie populistische Parteien tragen oft zum Abbau von Schutzmechanismen bei.
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