Dokumentarfilm-Legende Frederick Wiseman mit 96 Jahren gestorben
Wichtige Fakten
- • Der US-Dokumentarfilmer Frederick Wiseman starb im Alter von 96 Jahren.
- • Er erhielt 2016 einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.
- • Wiseman drehte fast 50 Filme über öffentliche Institutionen in den USA und Frankreich.
- • Sein Stil verzichtete auf Interviews, Voiceovers und Inszenierungen.
- • Sein letzter Film (2023) porträtierte ein französisches Sterne-Restaurant.
Nachruf auf eine Filmlegende
Der renommierte US-amerikanische Dokumentarfilmer Frederick Wiseman ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Dies gab seine Familie gemeinsam mit seiner Produktionsfirma Zipporah Films bekannt. Wiseman, der 2016 mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet wurde, hinterlässt ein umfangreiches Werk von fast 50 Filmen, das über fast sechs Jahrzehnte entstand.
Seine filmische Methode
Wiseman war bekannt für seinen puristischen, "direct cinema"-Stil: Er verzichtete konsequent auf Interviews, Voiceovers, inszenierte Szenen und Filmmusik, arbeitete nur mit natürlichem Licht und diegetischem Ton. Ohne Vorrecherche näherte er sich seinen Sujets mit Neugier, filmte hunderte Stunden Material und schnitt dies in bis zu zehnmonatigen Prozessen zu "visuellen Romanen". Seine Themen waren meist öffentliche Institutionen und Gemeinschaften in den USA und Frankreich.
Werk und Wirkung
Sein Debüt "Titicut Follies" (1967) über eine psychiatrische Anstalt wurde zunächst von Gerichten verboten, doch Wiseman setzte seine Arbeit fort. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "City Hall" (2020), "Ex Libris" (2017) über die New York Public Library und Tanzfilme wie "La Danse" (2009). Trotz politischer Themen lehnte er ideologische Filmemacherei ab und sah in Dokumentarfilmen keine messbare soziale Nützlichkeit, sondern künstlerische Formen.
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