Teilen:
Politik 15.07.2026, 07:50

Doppelmord an Ann Widdecombe: „Politik hat sich verdunkelt“

Ein 28-Jähriger wurde wegen Mordes und Terrorverdachts festgenommen.

Wichtige Fakten

  • Ein 28-Jähriger wurde wegen Mordes und Terrorverdachts festgenommen.
  • Die Polizei prüft ein mögliches linkes oder „single-issue“ Motiv.
  • Andy Burnham kündigte eine Überprüfung der Abgeordnetensicherheit an.
  • Nigel Farages Sicherheitspaket wurde laut Reform UK herabgestuft.

Ermittlungen zum Mord an Ann Widdecombe: Terrorverdacht und mögliches Motiv

Die britische Polizei untersucht den Mord an der früheren konservativen Ministerin und Reform-UK-Sprecherin Ann Widdecombe mit Hochdruck. Ein 28-jähriger Mann aus Rotherham wurde am Samstag festgenommen, zunächst unter Mordverdacht, später dann unter dem Verdacht der Vorbereitung einer terroristischen Tat. Ermittler gehen von einem gezielten Angriff aus. Laut Medienberichten prüfen die Behörden, ob der Täter Sympathien für linke oder „Single-Issue“-Bewegungen hatte und ob er weitere Anschläge plante, etwa auf andere Abgeordnete der Reform-Partei. Widdecombe war in ihrer Pension in Haytor, Devon, tot aufgefunden worden.

Debatte um Sicherheit für Politiker

Der designierte Premierminister Andy Burnham (Labour) zeigte sich schockiert über die Tat und betonte, die Politik habe sich in den letzten Jahren „verdunkelt“. Er kündigte eine „ernsthafte Überprüfung“ des Sicherheitskonzepts für Abgeordnete an. Bereits 2022 wurde nach dem Mord an Sir David Amess eine Reform eingeleitet, die individuellere Schutzmaßnahmen vorsah. Neil Basu, ehemaliger Leiter der Anti-Terror-Polizei, wies jedoch darauf hin, dass ein höchster Schutz für alle 650 Abgeordneten tausende zusätzliche bewaffnete Polizisten erfordern würde – was praktisch nicht umsetzbar sei.

Während die Diskussion aufflammt, entzündet sich auch ein politischer Streit um den Sicherheitsumfang für Reform-Chef Nigel Farage. Robert Jenrick, früher Einwanderungsminister und Reform-Politiker, warf der Regierung „Pflichtverletzung“ vor. Farage selbst sei im September 2025 ein verkleinertes Sicherheitspaket (nur noch ein Auto, ein Fahrer und ein Personenschützer) angeboten worden, das die Partei abgelehnt habe. Farage habe daraufhin private Sicherheitsdienste beauftragt. Das Innenministerium wies die Vorwürfe zurück: „Unsere Aussage ist eindeutig unwahr – Minister sind nicht an Entscheidungen über die Sicherheit von Abgeordneten beteiligt.“ Das Parlament bestätigte, dass MP-Sicherheit fallbezogen und risikobasiert geprüft werde.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.