Teilen:
International 20.04.2026, 09:19 Aktualisiert: 20.04.2026, 19:25

Ehemaliger CIA-Agent kritisiert US-Außenpolitik im Dokumentarfilm

Peter Sichel war erster CIA-Stationschef in Berlin und kritisierte später US-Interventionen.

Wichtige Fakten

  • Peter Sichel war erster CIA-Stationschef in Berlin und kritisierte später US-Interventionen.
  • Er verurteilt den von CIA und MI6 unterstützten Sturz des iranischen Premierministers Mossadegh 1953.
  • Sichel argumentiert, dass solche Aktionen langfristig US-Interessen schadeten und Konflikte verschärften.
  • Der Dokumentarfilm 'The Last Spy' zeigt seine Reflexionen über CIA-Operationen im Kalten Krieg.
  • Sichel verließ die CIA 1960 und führte erfolgreich das Weingut seiner Familie.

Kritische Stimme aus dem Geheimdienst

Der Dokumentarfilm 'The Last Spy' porträtiert den 2025 verstorbenen ehemaligen CIA-Agenten Peter Sichel, der als erster Stationschef der CIA in Berlin diente und später scharfe Kritik an US-Interventionen im Ausland übte. Sichel, der aus einer deutschen Weinhändlerfamilie stammte und vor den Nazis in die USA floh, äußert im Film Bedauern über Operationen wie den Sturz des iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh 1953, den er als langfristig schädlich für US-Interessen bewertet.

Reflexion über Fehlentscheidungen

Sichel argumentiert, dass solche Aktionen oft ohne ausreichende Analyse der langfristigen Konsequenzen durchgeführt wurden und zu einer Verschärfung globaler Konflikte beitrugen. Er kritisiert insbesondere, dass die USA demokratisch gewählte Führer wie Mossadegh als sowjetische Marionetten betrachteten und dadurch autoritäre Regime wie das des Schahs im Iran stärkten, was letztlich zur Islamischen Revolution 1979 führte.

Vom Spion zum Weinhändler

Nach seiner Karriere bei der CIA, während der er auch an Propaganda-Projekten wie Radio Free Europe beteiligt war, verließ Sichel den Geheimdienst 1960 aus Enttäuschung und übernahm das Familienweingut, wo er mit der Marke Blue Nun internationalen Erfolg hatte. Der Film zeigt ihn als seltenen Fall eines ehemaligen Agenten, der offen über die ethischen und strategischen Fehler seiner früheren Arbeit reflektiert.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.