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International 02.04.2026, 05:52 Aktualisiert: 02.04.2026, 12:23

Energiekrise durch Iran-Krieg führt zu Renaissance der Kohleverstromung

Asiatische Länder wie Japan und Südkorea fahren Kohlekraftwerke aufgrund von Gaspreissteigerungen hoch.

Wichtige Fakten

  • Asiatische Länder wie Japan und Südkorea fahren Kohlekraftwerke aufgrund von Gaspreissteigerungen hoch.
  • Der Kohlepreis stieg seit Kriegsbeginn um 17%, Gas um über 60%.
  • Deutschland diskutiert über längere Nutzung von 10.000 MW Kohle-Reservekraftwerken.
  • Die SPD lehnt verlängerte Kohlenutzung nach 2038 als kontraproduktiv ab.
  • Italien hat Kohleausstieg bis 2038 hinausgeschoben.

Renaissance der Kohle in Asien

Der Krieg gegen den Iran und die Blockade der Straße von Hormus haben zu einem starken Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt, was insbesondere in Asien eine unerwartete Renaissance der Kohleverstromung auslöst. Länder wie Japan, Südkorea und Bangladesch fahren Kohlekraftwerke hoch oder lockern Beschränkungen, da Gas knapp und teuer geworden ist, und setzen dabei auf schnelle Verfügbarkeit und Versorgungssicherheit trotz der klimaschädlichen Wirkung von Kohle.

Auswirkungen auf Märkte und Debatten

Seit Kriegsbeginn ist der Referenzpreis für Kraftwerkskohle um etwa 17% gestiegen, während sich Gas um über 60% verteuerte, was Kohle ökonomisch attraktiver macht. Fachleute warnen vor einem neuen fossilen Lock-in, da reaktivierte Kohlekraftwerke oft langfristig am Netz bleiben. In Europa hat Italien den Kohleausstieg bis 2038 verschoben, und in Deutschland wird über die Nutzung von 10.000 Megawatt Kohle-Reservekraftwerken diskutiert, wobei die Energiewirtschaft eine vorübergehende Reaktivierung befürwortet.

Politische Kontroversen in Deutschland

In der deutschen Koalition gibt es geteilte Meinungen: Während CDU-Politiker wie Friedrich Merz eine längere Nutzung von Kohlekraftwerken bei Energiemangellagen fordern, lehnt die SPD dies ab. Die energiepolitische Sprecherin Nina Scheer argumentiert, dass Erneuerbare Energien sauberer und kostengünstiger seien und eine Reaktivierung kontraproduktiv für die Energiewende wäre, da sie neue fossile Abhängigkeiten schaffen könnte.

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