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Klima 29.08.2026, 00:46 Aktualisiert: 29.08.2026, 08:02

Englands Wasserkrise: Der Wettlauf gegen die Zeit

England droht bis 2055 täglich fünf Milliarden Liter Wasser zu fehlen.

Wichtige Fakten

  • England droht bis 2055 täglich fünf Milliarden Liter Wasser zu fehlen.
  • Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in England beträgt 136,5 Liter; in Dänemark nur 97 Liter.
  • Haushalte verursachen fast 60 % des Wasserverbrauchs in England und Wales.
  • Zehn neue Reservoirs sind bis 2050 in England geplant.
  • Durch Leckagen gehen täglich über 45 Liter pro Person verloren.

Dürre und Wasserknappheit: Ein wachsendes Problem

England steht vor einer ernsten Wasserstoffkrise. Wiederholte Hitzewellen und deutlich reduzierte Niederschläge haben die Befürchtung aufkommen lassen, dass dem Land das Wasser ausgehen könnte. Schon jetzt haben im Sommer viele Bauern wie Daniel Sizer aus Suffolk wegen niedriger Flusspegel massive Ernteverluste erlitten. Die Umweltbehörde (EA) hat Lizenznehmern zeitweise die Wasserentnahme aus Flüssen untersagt, um die Tierwelt zu schützen. Modellrechnungen zeigen, dass England bis 2055 täglich fünf Milliarden Liter Wasser fehlen könnten.

Verbrauch und Infrastruktur: Ursachen im Detail

Ein Hauptgrund ist der hohe Wasserverbrauch der Haushalte, die fast 60 % des Verbrauchs in England und Wales ausmachen. Im Vergleich zu Dänemark, wo der Pro-Kopf-Verbrauch bei 97 Litern pro Tag liegt, verbrauchen Engländer mit 136,5 Litern deutlich mehr. Auch die öffentliche Wahrnehmung der Wasserindustrie und die vergleichsweise niedrigen Wasserpreise in England (Thames Water kostet 4,21 £ pro Kubikmeter im Vergleich zu 9,45 £ in Dänemark) tragen zur Verschwendung bei. Zusätzlich gehen täglich 45 Liter pro Person durch Leckagen im Netz verloren, obwohl die Leckage seit 1989 um 43 % reduziert wurde.

Lösungsansätze: Von Preis bis Technologie

Um die Krise zu bewältigen, werden verschiedene Ansätze diskutiert. Dazu gehören die Einführung von Wasserzählern zur genauen Verbrauchserfassung, die Erhöhung der Wasserpreise zur Förderung eines sparsameren Umgangs und technische Innovationen wie die Nutzung von Glasfaserkabeln zur Leckageortung. Unternehmen wie Lightsonic arbeiten bereits an solchen Lösungen und haben innerhalb von drei Monaten über 100 Leckagen gefunden. Zudem sind der Bau neuer Reservoirs und verbesserte Nutzung von Grundwasserleitern geplant, aber bis 2055 können die geplanten Reservoirs nur 7 % des Defizits ausgleichen.

Umdenken erforderlich

Universitäten und Experten fordern ein gesellschaftliches Umdenken, sowohl bei Privathaushalten als auch bei Unternehmen. Denn der Verbrauch von Trinkwasser für die Kühlung von Rechenzentren oder die Bewässerung von Golfplätzen sei nicht nachhaltig. Zudem muss die Landwirtschaft stärker in die Wasserplanung einbezogen werden, da sie ohne ausreichende Bewässerung ihre Felder nicht mehr bestellen kann. Ohne Anpassungen drohen Situationen wie die beinahe Zahlungsunfähigkeit von Bauernhöfen wie dem von Daniel Sizer.

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