Epstein-Barr-Virus als MS-Auslöser: Neue Studie ebnet Weg für Therapien
Wichtige Fakten
- • 99,9 % der MS-Patienten hatten Epstein-Barr-Virus-Infektion.
- • MS-Risiko nach EBV-Infektion um das 32-Fache erhöht.
- • MS-Patienten zeigen doppelt so aktive T-Helferzellen auf EBV.
- • Natalizumab-Medikament verstärkt Immunreaktion im Blut.
- • Impfung gegen EBV könnte MS-Risiko senken.
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gilt als einer der Hauptauslöser von Multipler Sklerose (MS). Eine neue Studie der Harvard-Universität in Science Translational Medicine zeigt, dass das Immunsystem von MS-Patienten anders reagiert: Bestimmte T-Helferzellen sind im Durchschnitt doppelt so aktiv wie bei Gesunden. Während 90–95 % der Menschen mit EBV infiziert sind, erkranken weniger als 1 % an MS – hier spielen auch genetische (zwei Risikogene erhöhen das Risiko um Faktor 30) und Umweltfaktoren (Vitamin-D-Mangel, Rauchen) eine Rolle.
Die Studie untersuchte T-Helferzellen aus Blutproben und beobachtete eine überaktive Immunantwort bei unbehandelten MS-Patienten. Das MS-Medikament Natalizumab blockiert T-Zellen im Gehirn, sodass die Immunreaktion im Blut stärker ausfällt. Forscher sehen Potenzial für künftige Therapien, die nur die EBV-reaktiven Zellen angreifen. Denkbar ist auch eine EBV-Impfung zur Prävention, die zudem Pfeiffersches Drüsenfieber verhindern könnte.
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