Ernährungsmythen bei Krebs: Was wirklich hilft und was nicht
Wichtige Fakten
- • Zucker-Verzicht lässt Tumorzellen nicht verhungern, da sie auch andere Substrate nutzen können.
- • Ketogene Diät wird von Leitlinien nicht empfohlen und birgt Risiken wie Mangelernährung.
- • Fasten während der Krebstherapie ist nicht wirksam belegt und kann zu Kaloriendefizit führen.
- • Basische Ernährung kann den pH-Wert im Blut nicht verändern und ist wissenschaftlich nicht haltbar.
- • Hochdosierte Antioxidantien als Nahrungsergänzungsmittel können die Tumortherapie sogar beeinträchtigen.
Wissenschaftliche Einordnung
Im Netz kursieren zahlreiche Ernährungsempfehlungen für Krebspatienten, doch viele sind wissenschaftlich nicht haltbar. Laut Tagesschau-Faktenfinder gibt es keine Evidenz dafür, dass Verzicht auf Zucker, Fasten oder säurehaltige Lebensmittel bei Krebs hilft. Experten wie Diana Rubin von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin betonen, dass Tumorzellen nicht nur von Zucker, sondern auch von Eiweiß, Fett oder anderen Substraten leben können, sodass ein Zuckerentzug das Wachstum nicht stoppt.
Risiken unbegründeter Diäten
Die ketogene Diät, eine extrem kohlenhydratarme Ernährungsweise, wird oft propagiert, aber laut Leitlinienprogramm Onkologie nicht empfohlen. Sie birgt Risiken wie Mangelerscheinungen und Gewichtsverlust, was bei geschwächten Patienten besonders problematisch ist. Ähnlich gilt für Fasten: Es gibt keinen Wirksamkeitsnachweis, stattdessen Gefahren durch Kaloriendefizit und Mangelernährung, die die Prognose verschlechtern können.
Weitere Mythen und Empfehlungen
Auch basische Ernährung oder hochdosierte Antioxidantien als Nahrungsergänzungsmittel sind nicht belegt und können sogar die Therapie beeinträchtigen. Die Verbreitung solcher Mythen liegt laut Rubin daran, dass Patienten nach Hoffnung suchen und sich oft schuldig fühlen. Statt radikaler Einschnitte rät sie zu ausgewogener Ernährung mit Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sowie Bewegung, um gesunde Zellen zu unterstützen.
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