Eskalation am Tempelberg: Status-quo-Abkommen während des Ramadan in Gefahr
Wichtige Fakten
- • Israelische Polizei verhaftete den Imam der Al-Aqsa-Moschee am ersten Ramadan-Abend.
- • Sechs Jahrzehnte altes Status-quo-Abkommen wird durch jüdische Gebete im Komplex gebrochen.
- • Fünf Waqf-Mitarbeiter wurden in Verwaltungshaft genommen, 38 erhielten Einreiseverbot.
- • Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir unterstützt einseitige Änderungen des Status quo.
- • Historisch haben Änderungen am Tempelberg zu schweren Unruhen geführt.
Zusammenfassung
Ein seit sechs Jahrzehnten bestehendes Abkommen zur Regelung des Zugangs und der Gebete am Tempelberg in Jerusalem, auch bekannt als Al-Haram al-Sharif, ist nach Expertenmeinung unter dem Druck jüdischer Extremisten und der israelischen Regierung zusammengebrochen. Während des beginnenden Ramadan verhaftete die israelische Polizee den Imam der Al-Aqsa-Moschee und führte Razzien im heiligen Komplex durch, während gleichzeitig der Zugang für hunderte Muslime eingeschränkt wurde.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Das Status-quo-Abkommen von 1967 sah vor, dass nur Muslime im heiligen Bezirk beten dürfen. Unter der Führung des nationalen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir wurden jedoch einseitige Änderungen vorgenommen, die jüdisches Beten und Singen im Komplex erlauben. Die Jerusalemer Polizei, nun unter der Kontrolle von Ben-Gvirs Verbündetem Avshalom Peled, hat die morgendlichen Besuchszeiten für Juden und Touristen verlängert und drangsaliert die vom Jordanien ernannte Waqf-Stiftung, die für die Verwaltung der Stätte zuständig ist.
Folgen und Warnungen
Experten wie Daniel Seidemann und Amjad Iraqi warnen, dass die aktuelle Situation besonders gefährlich sei, da die israelische Regierung weniger Rücksicht auf internationale Meinungen nehme und die Westbank bereits ein Pulverfass darstelle. Historisch haben ähnliche Provokationen, wie der Besuch Ariel Sharons im Jahr 2000, zu lang anhaltenden gewaltsamen Konflikten geführt.
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