Internationale Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus bleibt unklar
Wichtige Fakten
- • US-Präsident Trump fordert Länder auf, Kriegsschiffe zur Sicherung der Straße von Hormus zu entsenden, doch keine Zusagen liegen vor.
- • Die Blockade der Meerenge durch Iran hat zu Angriffen auf mindestens 16 Schiffe geführt und die Ölpreise weltweit in die Höhe getrieben.
- • Großbritannien prüft Optionen wie Minenjagd-Drohnen, während Frankreich und Deutschland einen Militäreinsatz derzeit ablehnen.
- • Iran betont, die Straße von Hormus stehe nur unter seiner Kontrolle, sei aber nicht militärisch gesperrt.
- • Trump droht mit weiteren Angriffen auf die iranische Insel Charg und lehnt ein Abkommen zur Kriegsbeendigung ab.
Internationale Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump hat erneut andere Staaten aufgefordert, bei der militärischen Absicherung der Straße von Hormus zu helfen, nachdem der Schiffsverkehr durch die für den globalen Ölexport wichtige Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen ist. In Posts auf seiner Online-Plattform Truth Social rief Trump insbesondere China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien dazu auf, Kriegsschiffe in die Region zu entsenden, um die Passage für Öltanker und Handelsschiffe zu sichern. Bislang haben jedoch keine Länder offizielle Zusagen gemacht, und die internationale Reaktion bleibt vage und zögerlich. Diese Blockade hat die Ölpreise weltweit in die Höhe getrieben und alarmiert westliche Regierungen, wobei Iran die Kontrolle über die Wasserstraße betont, aber eine militärische Sperrung bestreitet.
Diplomatische Reaktionen und militärische Optionen
Großbritannien erwägt nach Angaben von Energieminister Ed Miliband den Einsatz von Schiffen und Minenjagd-Drohnen, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, während Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin klarstellte, dass Paris derzeit keine Kriegsschiffe entsenden wird. Gleichzeitig verspottete der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, Trumps Hilfsappell auf der Plattform X und wies darauf hin, dass die Straße von Hormus lediglich unter iranischer Kontrolle stehe, aber nicht militärisch gesperrt sei. Irans Außenminister Abbas Araghtschi rief zudem „brüderliche Nachbarn“ dazu auf, ausländische Aggressoren zu vertreiben.
Fortdauernde militärische Auseinandersetzungen
Während die diplomatischen Bemühungen laufen, gehen die Angriffe im Nahen Osten weiter. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, dass ihre Flugabwehr erneut Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abfange. Israel wurde nach eigenen Angaben in der Nacht erneut aus dem Iran mit Raketen angegriffen, wobei zwei Menschen leicht verletzt wurden. Zudem berichtete das israelische Nachrichtenportal „ynet“ über Raketenangriffe aus dem Libanon auf Israels Norden, während die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz Kämpfe mit der israelischen Armee im Südlibanon meldete.
Neue Entwicklungen und Drohungen
US-Präsident Trump drohte mit weiteren Angriffen auf die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg, nachdem das US-Militär bereits Militäranlagen dort zerstört hatte, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen. In einem Interview mit NBC sagte Trump, er sei derzeit nicht für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Iran bereit, da die Bedingungen noch nicht gut genug seien. Eine Verpflichtung Irans, jegliche nukleare Ambitionen aufzugeben, wäre Teil eines solchen Abkommens. Öffentlich haben sich ranghohe iranische Vertreter nicht dazu geäußert, bereit für ein Abkommen für ein Ende des Krieges zu sein.
Politische Positionen und internationale Abstimmungen
Nach einer Beratung von G7-Staaten hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron davon gesprochen, dass die Staatengruppe eine Mission zur Eskortierung von Öltankern und Frachtschiffen durch Kriegsschiffe vorbereiten wolle, doch betonte er, dies sei nur nach der intensivsten Kriegsphase geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht hingegen keinen Anlass für einen internationalen Militäreinsatz. In Großbritannien gibt es unterschiedliche Positionen: Während die Regierung Optionen prüft, lehnt der Liberaldemokraten-Führer Sir Ed Davey den Einsatz britischer Schiffe ab und fordert stattdessen Deeskalation.
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