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Klima 05.03.2026, 19:32 Aktualisiert: 05.03.2026, 23:05

Europas Wälder im Klimawandel: Brände und Schädlinge könnten sich bis 2100 verdoppeln

Modellrechnungen der TU München zeigen Verdopplung von Bränden und Schädlingsbefall bis 2100 bei über 3 Grad Erwärmung.

Wichtige Fakten

  • Modellrechnungen der TU München zeigen Verdopplung von Bränden und Schädlingsbefall bis 2100 bei über 3 Grad Erwärmung.
  • Schadfaktoren wie Stürme und Insekten treten oft kombiniert auf und verstärken die Auswirkungen auf Waldbestände.
  • Bei über 3 Grad Temperaturanstieg könnten Baumarten wie Fichte und Buche in Europa weitgehend verschwinden.
  • Wälder bedecken 40% der EU-Landfläche und sind wichtig für Kohlenstoffbindung, setzen aber in Deutschland bereits mehr CO2 frei als sie absorbieren.
  • Klimaschutz kann Waldschäden reduzieren: Bei Begrenzung der Erwärmung auf 2 Grad ist Erholung der Wälder ab Mitte des Jahrhunderts möglich.

Zunahme von Waldschäden durch Klimawandel

Eine Modellrechnung der Technischen Universität München (TUM) prognostiziert, dass Brände und Schädlingsbefall in Europas Wäldern bis zum Jahr 2100 mehr als verdoppeln könnten, insbesondere bei einem Temperaturanstieg von über drei Grad Celsius. Die Studie, die im Magazin Science veröffentlicht wurde, basiert auf Satellitendaten von 13.000 Waldgebieten und Computersimulationen für verschiedene Klimaszenarien. Schadfaktoren wie Stürme, die um 20 Prozent zunehmen könnten, treten oft kombiniert auf, was die Auswirkungen auf die Waldbestände dramatisch verstärkt.

Veränderungen der Waldstruktur und Artenzusammensetzung

Bei einem Temperaturanstieg von über drei Grad könnten Wälder, wie wir sie heute kennen, nicht mehr existieren: Baumarten wie die Fichte und Buche würden weitgehend verschwinden. Stattdessen würden lichtere Wälder mit kleineren, hitze- und trockenheitsresistenten Bäumen entstehen, und es könnten neue Arten wie die Douglasie oder Zeder eingeführt werden. Waldforscher empfehlen Mischwälder, um das Risiko bei Schadereignissen zu minimieren, und es gibt zunehmend Versuchsflächen zur Erprobung von Baumkombinationen.

Ökonomische und ökologische Folgen für den Menschen

Die Veränderungen haben erhebliche Auswirkungen auf den Menschen: Wälder sind wichtig als Wasserreservoir, für den Schutz vor Muren und Lawinen, und für die Holzindustrie, die durch Waldschäden und Waldumbau bis zu 250 Milliarden Euro kosten könnte. Zudem setzt der deutsche Wald bereits mehr CO2 frei als er absorbiert, was sich durch den Klimawandel weiter verstärken könnte. Die Studie betont jedoch, dass bei einer Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad Celsius eine Erholung der Wälder ab Mitte des Jahrhunderts möglich ist, wobei Klimaschutz als entscheidender Faktor für den Walderhalt gilt.

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