Durchbruch: Gen-Schalter macht Ackerbohne winterhart
Wichtige Fakten
- • Ackerbohnen sind heimische Eiweißlieferanten, aber oft nicht winterhart.
- • Winterhärte wird durch ein einziges Allel gesteuert, sagen IPK-Forscher.
- • Winterharte Sorten erzielen höhere und stabilere Erträge besonders bei Trockenstress.
- • Genom-Editierung mittels Crispr/Cas kann Züchtung winterharter Sorten beschleunigen.
Forschungserfolg bei Winterhärte von Ackerbohnen
Am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben haben Wissenschaftler das genetische Geheimnis der Winterhärte bei Ackerbohnen entschlüsselt. Die als heimische Sojaalternative bekannte Pflanze leistet wertvolle Dienste für Boden und Biodiversität, scheiterte bisher jedoch meist an deutschen Wintern. Das Team um Biologe Martin Mascher identifizierte ein einzelnes Allel, das wie ein Schalter für das Kältenotfallprogramm wirkt.
Potenzial der Genom-Editierung
Dieser Fund erlaubt es mithilfe von Crispr/Cas winterharte Sorten deutlich schneller zu züchten als durch konventionelle Züchtung. Winteraussaaten nutzen die Bodenfeuchte besser und bringen stabilere Erträge, selbst unter Hitzestress – ein Vorteil im Klimawandel. Der Bäckerbetrieb Gilgen's in Hennef verarbeitet bereits regionale Ackerbohnenmehl erfolgreich in Brot. Allerdings seien noch weitere Züchtungsschritte nötig, bis die ersten neuen Sorten den Markt erreichen, so Mascher.
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