Teilen:
International 20.02.2026, 04:10 Aktualisiert: 20.02.2026, 10:05

Evo Morales taucht wieder auf und kritisiert US-Einfluss in Lateinamerika

Evo Morales tauchte nach siebenwöchiger Abwesenheit in Chimoré auf.

Wichtige Fakten

  • Evo Morales tauchte nach siebenwöchiger Abwesenheit in Chimoré auf.
  • Er begründete sein Verschwinden mit einer Chikungunya-Erkrankung.
  • Morales kündigte an, trotz Haftbefehls in Bolivien zu bleiben.
  • Er kritisiert US-Pläne zur Wiederbelebung der Monroe-Doktrin.
  • Boliviens Präsident Paz trifft sich im März mit Donald Trump.

Rückkehr nach sieben Wochen

Der ehemalige bolivianische Präsident Evo Morales ist nach fast siebenwöchiger unerklärter Abwesenheit wieder in seinem politischen Stammland, der tropischen Chapare-Region, aufgetaucht. In einer Rede vor Anhängern im Stadion von Chimoré erklärte der 66-Jährige, er habe an Chikungunya gelitten, einer durch Mücken übertragenen Krankheit mit Fieber und starken Gelenkschmerzen, die ihn überraschend getroffen habe. Damit widerlegte er Gerüchte, er sei nach der Verhaftung seines Verbündeten, des venezolanischen Ex-Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA, geflohen.

Politische Lage und Kritik an den USA

Morales, der seit 2019 einem Haftbefehl wegen Menschenhandelsvorwürfen ausweicht, betonte, er werde trotz der Bedrohung durch die konservative Regierung von Präsident Rodrigo Paz in Bolivien bleiben. Paz hatte im Oktober die fast zwei Jahrzehnte dauernde Herrschaft von Morales' Bewegung zum Sozialismus (MAS) beendet und die diplomatischen Beziehungen zu den USA wiederaufgenommen. In seiner Rede kritisierte Morales scharf die US-Politik, insbesondere die Pläne von Präsident Donald Trump, die Monroe-Doktrin von 1823 wiederzubeleben, um den amerikanischen Einfluss in der westlichen Hemisphäre zu stärken, und warf den USA vor, linke Parteien in Lateinamerika eliminieren zu wollen.

Geopolitische Entwicklungen

Präsident Paz bestätigte unterdessen ein Treffen mit Trump am 7. März in Miami, bei dem es um die Zusammenarbeit lateinamerikanischer Führer gegen den chinesischen Einfluss in der Region gehen soll. Dies hat die Koka-Anbaugebiete, die Morales' Hochburg sind, in Unruhe versetzt, da Paz auch die Rückkehr der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA plant, die Morales 2008 ausgewiesen hatte. Morales nutzte seinen Auftritt zudem, um Kandidaten für die kommenden Regionalwahlen zu unterstützen und seine anti-imperialistische Rhetorik fortzusetzen.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.