Fed hält Leitzins stabil: Spannungen zwischen Inflationsbekämpfung und Trump-Druck
Wichtige Fakten
- • Fed hält Leitzins bei 3,5-3,75 Prozent.
- • 9-3 Stimmen: drei Mitglieder für Zinserhöhung.
- • Inflation bei 3,5% im Juni, weit über 2%-Ziel.
- • Iran-Krieg treibt Ölpreise und Inflation.
- • Trump drängt auf Zinssenkung, Fed weist zurück.
Fed belässt Leitzins unverändert
Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins bei der Sitzung am 29. Juli 2026 unverändert in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Der Zentralbankrat votierte mit neun zu drei Stimmen für diese Entscheidung. Drei Mitglieder sprachen sich für eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt aus. Dies ist das erste Mal seit einem Jahrzehnt, dass drei Vorstandsmitglieder abweichend votierten. Die offene Meinungsverschiedenheit zeigt wachsende Differenzen über den angemessenen geldpolitischen Kurs angesichts der hohen Inflation und unsicheren Wirtschaftslage.
Belastungsfaktoren: Hohe Inflation und Ölpreise
Der neuerliche Inflationsanstieg infolge der Eskalation im Iran-Krieg belastet die Wirtschaft. Die USA führen einen Krieg gegen Iran und Israel, der die Energiepreise in die Höhe treibt. Im Juni lag die Inflation bei 3,5 Prozent, weit über dem Ziel der Fed von zwei Prozent. Obwohl die Angriffe zuletzt pausierten und die Inflation nachließ, bleibt die Teuerung hoch. Ökonomen sehen eine Zinserhöhung als möglich, aber die Fed betont, dass diese nicht die Grundursache – die Abhängigkeit von Ölimporten aus dem Nahen Osten – bekämpfen würde.
Fed-Chef Warsh zwischen Preisstabilität und Arbeitsmarkt
Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh, ein sogenannter 'Inflation Hawk', lehnt dauerhaft erhöhte Inflation ab. Er kündigte eine Sondereinheit zur Untersuchung der Inflationsursachen an. Allerdings erschweren steigende Inflationsrisiken bei gleichzeitig schwächelndem Arbeitsmarkt eine restriktive Geldpolitik. Die Beschäftigungsentwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück. Warsh betonte in der Pressekonferenz, dass der Zins nur ein Werkzeug sei, und er eine neue Ära bei der Fed einläute mit fünf Taskforces zu Kommunikation, Daten und Inflation.
Politische Einflussnahme und Fed-Unabhängigkeit
US-Präsident Donald Trump drängt weiterhin auf aggressive Zinssenkungen und erhöht damit den Druck auf die Fed. Ökonomen befürchten einen zunehmenden politischen Einfluss auf die ansonsten unabhängige Geldpolitik. Trump bezeichnete Warsh dennoch als 'fantastisch' und nannte die befürwortenden Vorstandsmitglieder 'politisch'. Die meisten Fed-Prognosen erwarten nun allerdings eher eine Zinserhöhung als eine Senkung in diesem Jahr.
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