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Gesellschaft 24.02.2026, 17:06 Aktualisiert: 24.02.2026, 18:06

Fehlende altersgerechte Wohnungen: Millionen Senioren in Deutschland vor Problemen

Deutschland fehlen laut Bundesbauministerium 2,3 Millionen altersgerechte Wohnungen.

Wichtige Fakten

  • Deutschland fehlen laut Bundesbauministerium 2,3 Millionen altersgerechte Wohnungen.
  • Die Zahl der Rentnerhaushalte, die barrierefreien Wohnraum benötigen, steigt bis 2035 auf 3,7 Millionen.
  • Nur etwa 74.000 altersgerechte Wohnungen werden jährlich neu gebaut.
  • Bauvorschriften für Barrierefreiheit unterscheiden sich stark zwischen den Bundesländern.
  • Förderung für altersgerechten Umbau wurde von 150 Millionen Euro (2024) auf 50 Millionen Euro (2026) gekürzt.

Mangel an altersgerechtem Wohnraum

In Deutschland fehlen derzeit 2,3 Millionen altersgerechte Wohnungen, wie das Bundesbauministerium auf Anfrage des ARD-Magazins Report Mainz bestätigte. Die Tendenz ist steigend, da die Zahl der Rentnerhaushalte, die barrierefreien Wohnraum benötigen, laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft bis 2035 von etwa drei Millionen auf 3,7 Millionen anwachsen wird. Derzeit werden nur etwa 74.000 altersgerechte Wohnungen pro Jahr neu gebaut, was zwar den Mehrbedarf durch die alternde Bevölkerung bis 2040 ausgleichen könnte, die bestehende Lücke von 2,3 Millionen Wohnungen jedoch nicht schließt.

Regionale Unterschiede und bürokratische Hürden

Der Mangel ist besonders im ländlichen Raum groß, wo altersgerechte Alternativen zu Eigenheimsiedlungen fehlen und in strukturschwachen Regionen der Erlös aus dem Verkauf von Eigenheimen oft nicht für eine barrierefreie Wohnung ausreicht. Zudem unterscheiden sich die Bauvorschriften für Barrierefreiheit deutlich zwischen den Bundesländern: Während in Nordrhein-Westfalen jede Wohnung in größeren Neubauten barrierefrei sein muss, ist in Schleswig-Holstein nur ein Geschoss verpflichtend. Experten kritisieren diesen Flickenteppich und fordern bundeseinheitliche Mindeststandards.

Förderung und politische Maßnahmen

Die Bundesregierung fördert altersgerechte Sanierungen über Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau, doch die Mittel wurden von 150 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 50 Millionen Euro im aktuellen Haushaltsjahr reduziert. Politische Sprecher kritisieren dieses Hin und Her und betonen die Notwendigkeit, Programme auszubauen. Im sozialen Wohnungsbau sind bereits mehr als 60 Prozent der entstandenen Wohnungen barrierearm, doch insgesamt bleibt die Situation für viele Senioren, wie das Beispiel der Familie Engel-Martensen zeigt, schwierig.

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